Landesbanken : WestLB-Fusion mit LBBW in ferne Zukunft gerückt

Einigung schwer gemacht: Der NRW-Ministerpräsident Jürgen Rüttgers wehrt sich mit Händen und Füßen gegen einen Zusammenschluss der WestLB mit der Landesbank von Baden-Württemberg. Die Fehlspekulationen der WestLB sollen sich auf die doppelte Höhe als angegeben beziffern.

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Fusion von WestLB mit LBBW auf Eis gelegt. -Foto: dpa

Stuttgart/Dresden/DüsseldorfNach dem Kauf der Sachsen LB bleibt die Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) auf Kurs und will durch eine Fusion mit der WestLB zum zweitgrößten Geldhaus Deutschlands aufsteigen. Die LBBW sei unverändert für eine Fusion mit der WestLB offen, sagte Finanzminister Gerhard Stratthaus (CDU). Wegen des deutlichen Widerstands des nordrhein-westfälischen Ministerpräsidenten Jürgen Rüttgers (CDU) rechne er aber nicht mit einer Einigung in absehbarer Zeit. Mit einem Durchbruch bei der außerordentlichen Versammlung des Rheinischen und des Westfälischen Sparkassenverbandes zur Zukunft der WestLB rechnete er daher nicht. Der rheinische Verband wollte heute, der westfälische am Dienstag beraten.

Unterdessen wurde bekannt, dass Fehlspekulationen die WestLB im ersten Halbjahr 2007 in die Verlustzone drücken werden. Die Landesbank wird bei der Veröffentlichung ihrer Halbjahreszahlen an diesem Donnerstag einen Verlust ausweisen, war aus Finanzkreisen außerhalb der Bank zu hören. Die Verluste aus dem Verkauf von Positionen im Eigenhandel werden dem Vernehmen nach deutlich höher ausfallen als bisher bekannt.

Eine halbe Milliarde Verluste

Ende Mai hatte die WestLB den Schaden durch Fehlspekulationen und das Bekanntwerden von Handelspositionen auf insgesamt 243 Millionen Euro beziffert. Die Bank kündigte damals aber zugleich auch an, weitere Positionen im Eigenhandel schrittweise abbauen zu wollen. Laut einem Bericht der "Berliner Zeitung" sollen die Verluste infolge der Fehlspekulationen nun auf mehr als 500 Millionen Euro gestiegen sein. Die Bank wollte dazu nicht Stellung nehmen und verwies auf den Veröffentlichungstermin.

Finanzminister Stratthaus forderte die Eigentümer der WestLB auf, eine eindeutige Position zu beziehen. "Die beiden nordrhein-westfälischen Sparkassenverbände sind sehr interessiert", hob Stratthaus erneut hervor. Sein Düsseldorfer Parteifreund Rüttgers zeige aber derzeit keine Bereitschaft an einem Zusammengehen der beiden Banken. Der Regierungschef hatte jüngst stattdessen einen eigenen Vorschlag für die Neuordnung der Landesbanken erarbeitet. Danach sollen WestLB, NordLB, HSH Nordbank und die Landesbank Berlin eine Nordgruppe bilden. Im Süden soll die LBBW nach einem "Focus"-Bericht mit Bayern LB und Helaba fusionieren. Stratthaus lehnte den Plan ab. Er sehe "keinen besonderen Sinn in dieser Konstellation". (mit dpa)

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