Finanzen : Magere Zeiten für Investoren Beteiligungsvolumen so niedrig wie zuletzt 2004

Frankfurt am Main - Die Aktivität von Finanzinvestoren bricht weiter ein – und eine Erholung ist nicht in Sicht. Nach aktuellen Zahlen des Beratungsunternehmens SCM Strategic Capital Management AG lag das Volumen der angekündigten Private-Equity-Deals im dritten Quartal 2008 um 77 Prozent unter dem Vorjahreswert. Damit rangiert die Branche aktuell auf dem Niveau des Jahres 2004.

Grund für den drastischen Rückgang ist in erster Linie die massive Zurückhaltung der Banken bei der Finanzierung von Übernahmen. „Kredite zu akquirieren ist derzeit schwierig bis unmöglich, auch für Transaktionen unter einer Milliarde Euro“, sagt Martin Hintze, Managing Director bei der US-Investmentbank Goldman Sachs. Kreditfinanzierte Übernahmen – eigentlich das klassische Modell von Private-Equity-Investoren – dürften in den kommenden sechs Monaten eher selten sein.

Damit bleibt den Fonds in der Regel nur übrig, ganz oder zumindest mit hohen Anteilen an Eigenkapital ihre Transaktionen zu stemmen. Hinzu kommt ein zweites Problem: Die Einbrüche an den Börsen haben die Unternehmensbewertungen in den Keller rauschen lassen. Gerade bei Unternehmen in privatem Besitz ist deshalb derzeit kaum jemand bereit zu verkaufen. Zugleich spekulieren die Private-Equity-Fonds auf ein weiteres Absinken der Preise und halten sich folglich ebenfalls zurück.

SCM-Chef Stefan Hepp lehnt vor diesem Hintergrund Prognosen für eine Erholung der Branche ab. Sowohl eine Normalisierung der Kreditmärkte als auch die Talsohle bei den Bewertungen seien offensichtlich noch nicht erreicht, sagte der Branchenexperte.hgn/kck (HB)

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben