Mittelstandsbank : Mehr als 100 Anlegerklagen gegen IKB erhoben

Mehr als 100 Aktionäre haben bislang gegen die Mittelstandsbank IKB Schadenersatzklagen eingereicht. Zurzeit lässt das Unternehmen prüfen, ob Vorstand oder Aufsichtsrat ihre Sorgfaltspflicht verletzt haben. Die schwer angeschlagene Bank wird an einen US-Investor verkauft.

DüsseldorfDie Kläger stützen ihre Klagen auf den Vorwurf, dass sie im vergangenen Jahr vom alten Vorstand vorsätzlich falsch informiert worden seien. Vier Aktionärsklagen hatte das Düsseldorfer Landgericht zuvor im Juni und Juli 2008 abgewiesen.

Das Unternehmen lässt derzeit in einer Sonderprüfung feststellen, ob Vorstand oder Aufsichtsrat ihre gesetzlichen, satzungs- und vertragsmäßigen Sorgfaltspflichten erfüllt haben. Mit früheren Vorstandsmitgliedern befindet sich die IKB darüber hinaus in einem Rechtsstreit unter anderem über die fristlose Kündigung von Ex-Vorstandschef Stefan Ortseifen.

IKB-Vorstand sieht Ursachen der Krise behoben

Nach Einschätzung des Vorstands hat die IKB die Ursachen ihrer Krise dauerhaft bewältigt. Durch das umfangreiche Maßnahmenpaket seien die außerbilanziellen wie auch die bilanziellen Ausfallrisiken komplett abgesichert worden, sagte IKB-Chef Günther Bräunig am Donnerstag auf der Hauptversammlung in Düsseldorf. Hierzu gehört vor allem die Kapitalerhöhung um 1,25 Milliarden Euro, die der traditionsreichen Bank durch die Zeichnung von Aktien durch ihren Noch-Hauptanteilseigner KfW zufließen werden.

Die staatseigene Bankengruppe hatte in der vergangenen Woche ihren Anteil von gut 90 Prozent an den US-Finanzinvestor Lone Star verkauft. Die Transaktion soll im Oktober unter anderem nach Zustimmung durch die EU-Kommission und der Finanzaufsicht Bafin abgeschlossen werden. Bräunig: "Der erfolgreiche Abschluss des Verkaufs gibt der IKB als Mittelstandsbank in Deutschland eine zweite Chance". Die erfolgreich Neuausrichtung und Stabilisierung der Bank sei eine gute Basis für weitere Entwicklung der IKB.

Die IKB war durch risikante Engagements auf dem US-Hypothekenmarkt im vergangenen Jahr in eine schwere Schieflage geraten. Nur durch eine konzertierte Rettungsaktion von KfW, Bund und Bankenwirtschaft wurde die Mittelstandsbank vor dem Zusammenbruch gerettet. Diese deckten nach letzten Angaben Risiken in Höhe von 9,8 Milliarden Euro ab. (imo/dpa)

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