Nach Übernahme : Sachsen LB-Alteigner haften weiter für Risiken

Nach der Übernahme der krisengeschüttelten Sachsen LB durch die Landesbank Baden-Württemberg verbleibt offenbar ein großer Teil der Risiken weiter bei den alten Eigentümern.

BerlinDie Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) habe darauf bestanden, dass der von einer Dubliner Tochter der Sachsen LB verwaltete Krisenfonds Ormond Quay nicht Gegenstand des Kaufvertrags sei, berichtete die Tagezeitung "Die Welt" unter Berufung auf Verhandlungskreise. Der Fonds Ormond Quay mit einem Volumen von rund 17,3 Milliarden Euro hatte die Sachsen LB ins Schlingern geraten lassen.

"Für alle Risiken aus Ormond Quay haftet auch künftig der Freistaat Sachsen und die Finanzgruppe der sächsischen Sparkassen", zitierte das Blatt aus den Kreisen. Diesen Angaben zufolge sollen in Ormond Quay noch faule Papiere mit einem Volumen von bis zu 3,2 Milliarden Euro stecken.

Die LBBW hat sich demnach auch gegen weitere Eventualitäten abgesichert. Sollte das Eigenkapital der Sachsen LB durch in der Bank schlummernde Risiken aufgebraucht und negativ werden, muss die LBBW laut Kaufvertrag nicht den vereinbarten Kaufpreis von mindestens 300 Millionen Euro entrichten. Außerdem seien vertraglich mehrere Rückabwicklungsszenarien vorgesehen worden.

Die LBBW übernimmt die Sachsen LB dem Bericht zufolge zunächst nur als Treuhänder. Die juristische Übernahme ist zum Jahresende vorgesehen. Obwohl die Bank dann eine unselbstständige Körperschaft öffentlichen Rechts in der LBBW wäre, soll sie einen eigenen Verwaltungsrat erhalten, berichtet das Blatt weiter. (mit AFP)

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