Finanzen : „Oft sind Überrumpelung und falsche Versprechen im Spiel“

Verbraucherschützer Krieger warnt vor klassischen Nutzungsrechten und dem Beitritt zu Ferienclubs

Herr Krieger, was haben Sie gegen Timesharing?

Wir raten von dem Geschäftsmodell ab. Es ist unflexibel, weil man immer an eine bestimmte Ferienanlage gebunden ist. Wer woanders hinfahren will, muss Mitglied in einem Tauschclub werden, und das kostet extra. Außerdem ist Timesharing teuer. Man zahlt am Anfang viele tausend Euro, um das Nutzungsrecht zu erwerben. Aber dann kommen auch noch jährliche Nebenkosten von einigen hundert Euro dazu. Und schließlich weiß doch niemand, wie sich im Laufe des Lebens die Interessen und Bedürfnisse entwickeln. Vielleicht will ich später gar nicht mehr auf die Kanaren fliegen, weil es mir dort zu heiß ist.

Und dann?

Dann stehe ich da mit meinem Timesharing-Recht. Weiterverkaufen kann man so etwas nämlich praktisch nicht.

Aber kündigen?

Das wird schwierig. Ob überhaupt ein Recht zur Kündigung besteht, hängt von vielen Faktoren ab. In diesen Fällen sollte man den Vertrag prüfen lassen.

Urlaubern werden jetzt oft Ferienclubs angeboten. Was halten Sie davon?

Das ist die Masche der Anbieter, die den Urlaubern den Schutz des Verbraucherrechts entziehen wollen. Üblicherweise sind hier Überrumpelung und falsche Versprechen im Spiel. Wie beim klassischen Timesharing tritt der Urlauber auch bei der Mitgliedschaft in den Clubs mit Beträgen von mehreren tausend Euro in Vorleistung. Was er dafür bekommt, steht letztlich in den Sternen. Deshalb darf man sich im Urlaub nicht zu übereilten Vertragsabschlüssen verleiten lassen. Und der verschwenderische Umgang mit der EC- oder Kreditkarte sollte Tabu sein.

Das Interview führte Heike Jahberg.

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