Rohstoffe : Ölpreis sinkt auf neues Jahrestief

Autofahrer können hoffen: Die Angst vor einer weltweiten Rezession lässt den Ölpreis fallen. Der Preis für ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent sinkt auf den tiefsten Stand seit etwa 13 Monaten.

Öl
Rohöl ist wieder billiger zu haben. -Foto: AFP

Frankfurt/LondonDie Sorge der Investoren vor einem weiteren Abrutschen der Weltwirtschaft hat die Ölpreise am Donnerstag erneut auf ein Jahrestief fallen lassen. Im Handelsverlauf kostete ein Barrel (159 Liter) der US-Referenzsorte West Texas Intermediate (WTI) mit Auslieferung im November 72,60 Dollar. Das sind 1,91 Dollar weniger als am Vortag. Damit erreichte der Preis für US-Öl mittlerweile den niedrigsten Stand seit etwa 13 Monaten.

Im Zuge der jüngsten Zuspitzung der Finanzkrise und den Sorgen vor einem Überspringen auf die Realwirtschaft sind die Ölpreise zuletzt massiv unter Druck geraten. Auch an der Rohstoffbörse in London sank der Preis für Rohöl der Nordsee-Sorte Brent deutlich. Hier war ein Fass zur Auslieferung im November für 68,15 Dollar zu haben, 2,80 Dollar weniger als am Vortag.

In den jüngsten Kommentaren zum Handel an den Ölmärkten machten Experten die "zunehmenden Ängste vor einer weltweiten Rezession" für die fallenden Ölpreise verantwortlich. Mittlerweile wird auch ein kurzfristiges Abrutschen des WTI-Ölpreises unter die Marke von 70 Dollar nicht mehr ausgeschlossen, sagte der Rohstoffexperte Eugen Weinberg von der Commerzbank.

Lagerbestände im Fokus

Im weiteren Handelsverlauf dürften die neuesten Daten zu den Ölreserven in den USA in den Mittelpunkt des Interesses der Anleger rücken, hieß es von Marktbeobachtern. Bei den Lagerbeständen an Rohöl rechnen die Experten mit einem Anstieg um 2,6 Millionen Barrel. Die Benzinvorräte dürften sogar um 3,0 Millionen Barrel Barrel gestiegen sein. Beim Heizöl (Destillaten) wird mit einem Lageraufbau um 500.000 Barrel gerechnet.

Die Daten zu den Lagerbeständen dürften wohl kaum zu einem schnellen Anstieg der Ölpreise führen, sagte Weinberg. Ein überraschend starker Anstieg der Lagerbestände wäre vielmehr "ein Indiz dafür, dass sich die Nachfrage stark abschwächt und würde zu einem weiteren Preisrückgang führen". Der Preis für Rohöl der Organisation erdölexportierender Länder (Opec) verbilligte sich am Mittwoch massiv - um fast fünf Dollar.

Wie die Opec am Donnerstag in Wien mitteilte, rutschte der Preis für ein Barrel Rohöl aus den Fördergebieten des Kartells im Vergleich zum Vortag um 4,91 Dollar auf 68,58 Dollar. Die Opec berechnet ihren sogenannten Korbpreis auf der Basis von 13 wichtigen Sorten der Organisation. (ck/dpa)

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