So war der Tag : Aareal hebt ab, Premiere stürzt

Trübe Konjunkturaussichten haben den deutschen Aktienmarkt am Montag erneut belastet. Der Dax verlor bis zum Handelsschluss 1,1 Prozent auf 4366 Stellen, nachdem er in der Vorwoche bereits fünf Prozent verloren hatte. „Es lastet viel Unsicherheit auf dem Markt“, sagte Aktienstratege Heinz-Gerd Sonnenschein von der Postbank. Im Fokus der Anleger stand der Nebenwerte-Index M-Dax: Während die Aktien der Aareal Bank nach der Bekanntgabe staatlicher Unterstützung zum Höhenflug ansetzten und zuletzt 15,3 Prozent gewannen, stürzten die Papiere des Pay-TV- Senders Premiere nach Veröffentlichung eines hohen Jahresverlustes um 14,4 Prozent ab.

Auch neue Konjunkturnachrichten drückten die Stimmung. Die weltweit zweitgrößte Volkswirtschaft Japan ist im vierten Quartal so stark geschrumpft wie seit 1974 nicht mehr.

Für viele Kursbewegungen gab es Händlern zufolge jedoch angesichts geringer Umsätze keinen ersichtlichen Grund. Dem Markt fehlten die sonst häufig richtungweisenden Impulse von den US-Börsen, die wegen des Feiertags „President’s Day“ geschlossen blieben.

Mit einem Kurssprung reagierten die Aktien der Aareal auf die Nachricht, dass das Institut den Banken-Rettungsfonds Soffin in Anspruch nimmt. Die Finanzspritze verbessere die Kapitalausstattung des Institutes und erleichtere die Refinanzierung, kommentierte Equinet-Analyst Philipp Häßler. Außerdem werde damit eine Kapitalerhöhung unwahrscheinlich. Dagegen standen die Finanzwerte im Dax unter Druck. Schwächster Wert waren die Commerzbank- Aktien mit einem Minus von 7,1 Prozent. Titel der Deutschen Bank gaben 6,5 Prozent nach, Postbank-Aktien verloren 4,4 Prozent.

An die Dax-Spitze setzten sich die Papiere von Linde mit einem Plus von 2,8 Prozent. Sie wurden Händlern zufolge von starken Zahlen und einem optimistischen Ausblick des französischen Konkurrenten Air Liquide mitgezogen. Vom Winterwetter profitierten die K+S- Aktien und stiegen um 0,9 Prozent. Das Unternehmen hatte mitgeteilt, das Streusalzgeschäft laufe angesichts des frostigen Wetters auf Hochtouren. Gefragt waren zunächst auch BMW-Aktien. „Da helfen die Berichte über eine Zusammenarbeit mit Daimler, vielleicht hoffen einige, dass da mehr draus wird“, sagte ein Händler. Zuletzt fiel die Aktie um 1,5 Prozent. Daimler-Aktien verloren einen Tag vor der Bilanzpressekonferenz um 2,4 Prozent.

Am Rentenmarkt fiel die Umlaufrendite auf 2,82 (Freitag: 2,88) Prozent. Der Rentenindex stieg um 0,16 Prozent auf 121,80 Punkte. Der Bund Future legte um 0,52 Prozent auf 125,05 Punkte zu. Der Kurs des Euro fiel: Die Europäische Zentralbank setzte den Referenzkurs auf 1,2765 (1,2823) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,7834 (0,7798) Euro. Tsp

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