So war der Tag : Aktien und Euro sehr gefragt

Die deutschen Aktienindizes sind am Montag stark gestiegen. Positive Impulse aus Übersee stützten den Markt. Der Leitindex Dax kletterte bis zum Handelsschluss um 7,6 Prozent auf 4715 Punkte. Der M-Dax mittelgroßer Werte gewann sechs Prozent auf 5255 Zähler. Der Tec-Dax kletterte um 5,4 Prozent auf 492 Punkte.

Dennoch blieben Börsianer skeptisch: „Die Stimmung ist alles andere als euphorisch“, sagte ein Händler. „Am Konjunkturumfeld hat sich bislang nichts verändert. Die Aussichten sind weiterhin trübe. Ich halte das für eine kurzfristige Bärenmarktrallye.“ So bezeichnen Börsianer kurze Erholungsphasen in einem längerfristig fallenden Markt.

Neben den Autoaktien machten auch die Finanzwerte Boden gut – allen voran die Allianz-Aktien mit einem Plus von 12,6 Prozent. Deutsche-Bank-Titel legten zwölf Prozent zu, Commerzbank 2,3 Prozent. Zu den wenigen Verlierern zählten die Titel der Postbank mit einem Minus von 3,1 Prozent. Später dementierte Gerüchte über nötige Staatshilfen hatten den Kurs zeitweise um bis zu knapp sechs Prozent ins Minus gedrückt. Die Pläne des künftigen US-Präsidenten Barack Obama zur Ankurbelung der US-Konjunktur schoben zudem die Stahl- und Bauwerte an. Thyssen-Krupp und Salzgitter gewannen knapp elf bzw. gut zehn Prozent dazu. Im M-Dax zogen Bilfinger Berger um 8,8 Prozent und Heidelberger Cement um 7,4 Prozent an. Die Aktien von Hochtief profitierten Händler zufolge von einem Großauftrag aus Dubai für die australische Tochter Leighton und gehörten mit einem Plus von 16,1 Prozent zu den gefragtesten M-Dax-Aktien. Papiere der Deutschen Börse stiegen um elf Prozent. Die Suche nach Fusionspartnern ist offenbar wieder intensiviert worden und beflügelt die Fantasie der Anleger. Aktien des Chipherstellers Infineon waren Dax-Schlusslicht mit einem Minus von 6,4 Prozent.

Der Rentenindex Rex sank am Rentenmarkt um 0,81 Prozent auf 120,89 Punkte. Der Bund Future verlor 0,23 Prozent auf 123,55 Zähler. Die Kursgewinne an den europäischen Aktienmärkten gaben zugleich dem Euro Rückenwind. Selbst schwache deutsche Konjunkturdaten hielten die Gemeinschaftswährung nicht auf: Am Nachmittag notierte der Euro bei 1,2875 Dollar und damit über einen Cent höher als am Freitagabend in New York. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,2854 (Freitag: 1,2665) Dollar fest. Der Dollar kostete 0,7780 (0,7896) Euro. Devisenhändler führten den Anstieg auf die zunehmenden Risikobereitschaft der Anleger zurück, die sich auch an den steigenden Aktienkursen ablesen lasse. Daher werde der Dollar, der bei vielen Investoren nach wie vor als sicherer Hafen in Krisenzeiten gilt, verkauft. Tsp

Kurse, Charts und Watchlisten finden Sie auch auf unseren Internetseiten unter

www.tagesspiegel.de/finanzen

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben