So war der Tag : Am Ende ein Plus

Der deutsche Aktienmarkt hat am Dienstag ein dramatisches Jahr 2008 versöhnlich beendet. Der Dax ging nach einem verkürzten Handel um 14 Uhr mit einem Plus von 2,2 Prozent auf 4810 Zähler aus der Jahresschlussbörse. Binnen zwölf Monaten hat er 40 Prozent verloren. Der M-Dax beendete den letzten Handelstag mit plus 1,6 Prozent bei 5601 Zählern – auf Jahressicht steht ein Minus von 43 Prozent. Das Technologiebarometer Tec-Dax verabschiedete sich mit einem Anstieg um knapp zwei Prozent mit 508 Zählern aus dem letzten Handelstag und hinterlässt den Anlegern ein Gesamtminus 2008 von rund 48 Prozent.

„Gut, dass dieses Jahr vorbei ist“, fasste Aktienhändler Stefan de Schutter von Alpha Wertpapierhandel zusammen. Auch wenn 2008 unter dem Strich für den Dax kein neues Rekordminus stand, dürften viele Anleger „drei Kreuze im Kalender“ machen. Die Unsicherheit und damit auch die Volatilität seien noch nie so hoch gewesen. Mit dem Zusammenbruch der Investmentbanken in den USA falle für die internationalen Börsen ein großer Nachfrager auch für das kommende Jahr weg. Zum Jahresende 2008 sei zwar – auch getrieben durch die Abgeltungsteuer – ein neuer Rekordverlust vermieden worden. Die 25-prozentige Abgabe auf alle Kapitalerträge, also auch Spekulationsgewinne bei Aktien, ist ab 1. Januar fällig. „Die Umsätze waren aber niedrig und ein Ausblick auf das kommende Jahr war nie so schwierig“, sagte der Börsianer.

An der New Yorker Wall Street wurden am Dienstag Autowerte favorisiert, nachdem die US-Regierung General Motors und seiner Autobank weitere Milliardenhilfen zugesagt hatte. Die Umsätze blieben wegen des bevorstehenden Feiertags aber dünn. Viele Anleger hatten sich bereits in die Winterferien verabschiedet.

Kaum ins Gewicht fiel deshalb auch, dass die US-Verbraucherstimmung im Dezember auf den niedrigsten Stand seit Beginn der Erhebungen vor 41 Jahren gesunken ist. Der entsprechende Index fiel auf 38 Punkte, wie das private Forschungsinstitut Conference Board am Dienstag in New York mitteilte. Ursache seien die sich rapide verschlechternden wirtschaftlichen Bedingungen, hieß es. Zuvor hatten Experten vor allem wegen der gesunkenen Benzinpreise einen Indexwert von etwa 44,5 Punkten erwartet.

Am deutschen Rentenmarkt stieg die durchschnittliche Umlaufrendite der börsennotierten Bundeswertpapiere auf 2,86 Prozent (Vortag: 2,85) Prozent. Der Rentenindex Rex fiel um 0,77 Prozent auf 121,68 Punkte. Der Bund Future verlor 0,22 Prozent auf 124,99 Zähler. Der Kurs des Euro gab nach. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,4098 (Montag: 1,4270) Dollar fest. Der Dollar kostete 0,7093 (0,7008) Euro. Tsp

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