So war der Tag : Am Tropf der US-Konjunktur

Zwei Tage vor der Bundestagswahl hat der deutsche Aktienmarkt unter enttäuschenden US-Daten gelitten und Verluste verbucht. Der Dax fiel am Freitag bis zum Handelsschluss um 0,4 Prozent auf 5581 Punkte. Damit ist der Leitindex aktuell wieder deutlicher von seinem Ende letzter Woche erzielten Jahreshoch entfernt. Für den M-Dax der mittelgroßen Werte ging es um 0,8 Prozent nach unten auf 7151 Punkte, der Tec-Dax fiel um ein Prozent auf 738 Zähler. In den USA sind die Auftragseingänge für langlebige Güter im August überraschend gesunken. Allerdings hat sich der Aufwärtstrend bei der Verbraucherstimmung in Deutschland auch zum Herbstanfang fortgesetzt, wie das Forschungsinstitut GfK mitteilte.

Unter den Einzelwerten gerieten Finanzwerte besonders unter Druck. Commerzbank- Aktien fielen um 0,8 Prozent und Deutsche- Bank-Papiere verloren 0,1 Prozent. Anteilsscheine der Postbank sanken im M-Dax um 1,6 Prozent. Börsianer verwiesen als Belastung auf die geplante Kapitalerhöhung bei der japanischen Bank Nomura. In Tokio hatte Nomura Holdings zuvor am Freitag bekannt gegeben, bis zu 510 Milliarden Yen (3,8 Milliarden Euro) durch die Ausgabe neuer Aktien im In- und Ausland im Oktober aufnehmen zu wollen, um ihre Finanzbasis insbesondere für die Auslandsgeschäfte zu verbessern. Auf Tokios Börsianer wirkte die Nachricht wie ein Schock. Der Aktienmarkt schloss mit erheblichen Verlusten.

Am deutschen Aktienmarkt profitierten Papiere von Beiersdorf und Henkel derweil von dem überraschend gut ausgefallenen GfK-Konsumklimaindex und einer Hochstufung durch die Analysten der Deutschen Bank. Die Titel des Düsseldorfer Persil-Produzenten stiegen bis zum Abend um zwei Prozent. Die Papiere des Hamburger Nivea-Herstellers Beiersdorf verzeichneten ein Plus von 2,2 Prozent. Im Kielwasser der positiven Nachrichten stiegen die Titel des Sportartikelherstellers Adidas um 1,4 Prozent.

Im M-Dax waren die Titel von Wacker Chemie mit einem Aufschlag von 3,9 Prozent der Favorit. Die Ertragslage des Chemiekonzerns könne sich schneller erholen, als bisher von ihm und vom Markt erwartet, schrieb Analyst Wesley Brooks von Morgan Stanley in einer Studie.

Am deutschen Rentenmarkt fiel die durchschnittliche Rendite der börsennotierten Bundeswertpapiere am Freitag auf 2,99 (Vortag: 3,04) Prozent. Der Rentenindex Rex kletterte um 0,16 Prozent auf 122,83 Punkte. Der Bund Future legte um 0,19 Prozent auf 121,35 Punkte zu. Der Kurs des Euro sank deutlich. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,4670 (1,4768) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,6817 (0,6771) Euro. Tsp

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