So war der Tag : Anleger bevorzugen Cash

Gewinnmitnahmen zum Wochenauftakt haben den deutschen Aktienmarkt nach der jüngsten Kursrallye deutlich belastet. Der Dax fiel bis zum Handelsschluss um 0,6 Prozent auf 5668 Punkte, nachdem er am Freitag zwischenzeitlich ein neues Jahreshoch markiert und allein seit Anfang September über neun Prozent hinzugewonnen hatte. Für den M-Dax der mittelgroßen Werte ging es um zwei Prozent auf 7274 Zähler bergab, der Tec-Dax büßte 1,9 Prozent ein auf 757 Zähler.

„Wir sehen die klassischen Gewinnmitnahmen nach dem großen Verfall“, sagte Marktstratege Mirko Pillep von der Helaba mit Blick auf den Nachhall des vierteljährlichen Auslauftermins für Terminkontrakte am vergangenen Freitag. Neben den entsprechenden Positionsanpassungen werfe aber auch die Bundestagswahl am kommenden Wochenende bereits ihre Schatten voraus. „Die Anleger sind angesichts der wackeligen politischen Konstellation bereits in Hab-Acht-Stellung gegangen. Die entscheidende Frage lautet: Wie reagiert der Markt nach der Wahl?“

„Wir stehen jetzt wohl erst einmal vor einer Phase der Konsolidierung“, sagte ein Händler. „Fundamental hat sich nichts verändert, die Kursverluste gehen wohl eher auf Gewinnmitnahmen und technische Faktoren zurück“, sagte ein anderer Börsianer. Seit Mitte Juli hat der Dax rund ein Viertel zugelegt.

Die Aktien von Infineon waren am Tag der Rückkehr in den Dax am meisten gefragt. Sie verloren einen Teil ihrer Gewinne aber und lagen zuletzt an der Dax-Spitze bei Plus 1,8 Prozent. Infineon-Chef Bauer sagte der „Wirtschaftswoche“, er schließe einen weiteren Stellenabbau nicht aus. Außerdem wolle das Unternehmen bei Übernahmen und Zusammenschlüssen in der Branche „aktiv mitmischen“. Größter Verlierer im Dax war K+S mit minus 3,8 Prozent. Der Wert litt unter einer Gewinnwarnung des kanadischen Konkurrenten Potash.

Weitere Indexanpassungen standen am Montag im Blick der Anleger: Aus dem S-Dax rückten die Anteile der Aareal Bank (minus 1,3 Prozent) und die vinkulierten Namensaktien von Baywa (plus 0,1 Prozent) in den M-Dax. Sie ersetzen die Papiere der insolventen Arcandor (minus 8,8 Prozent) sowie die der Hypo Real Estate (plus 2,1 Prozent) und von Kuka (minus 0,6 Prozent).

Am Rentenmarkt stieg die durchschnittliche Rendite börsennotierter Bundeswertpapiere auf 3,09 (Freitag: 3,04) Prozent. Der Rentenindex Rex kletterte um 0,08 Prozent auf 122,45 Punkte. Der Bund-Future gewann 0,05 Prozent auf 120,50 Punkte. Der Kurs des Euro fiel. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,4658 (Freitag: 1,4705) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,6822 (0,6800) Euro. Tsp

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