So war der Tag : Anleger machen Kasse

Die Anleger am Aktienmarkt haben am Montag Vorsicht walten lassen und einen Teil der Gewinne aus der Vorwoche eingestrichen, denn in den letzten Handelstagen hatte es sechsmal in Folge ein Plus gegeben. Viel Liquidität sammelte zudem der Bund ein, der erstmals seit vier Jahren eine Dollaranleihe begab. Der Dax stagnierte bei 5620 Punkten, nachdem er lange Zeit im Minus gelegen hatte. In der Vorwoche war er um 4,4 Prozent gestiegen. Der M-Dax mittelgroßer Werte verlor 0,9 Prozent auf 7130 Punkte, der Tec-Dax büßte 1,3 Prozent auf 735 Punkte ein.

Börsianern zufolge wirft auch der am Freitag anstehende große Verfall schon seine Schatten voraus. An dem „Hexensabbat“ genannten Tag verfallen an den Derivatemärkten Futures und Optionen auf Indizes und Optionen auf Aktien. In der Regel schwanken die Aktienkurse davor stark, weil einige Investoren die Kurse in eine gewünschte Richtung bringen wollen. „Da wird noch einiges hin und her bewegt werden in den kommenden Tagen“, prognostizierte ein Händler.

Im Mittelpunkt stand Heidelberg-Cement. Das M-Dax-Unternehmen hatte angekündigt, sein Grundkapital um 50 Prozent zu erhöhen. Mit mehr als zwei Milliarden Euro zeichnet sich damit die mit Abstand größte Kapitalerhöhung in Deutschland im laufenden Jahr ab.

Zu den größten Verlierern im Dax zählten die Bankentitel, allen voran die Commerzbank mit einem Minus von 1,6 Prozent. Die Deutsche Bank fiel um 0,9 Prozent zurück. Händler sprachen von Gewinnmitnahmen. Ein weiterer Börsianer verwies zudem auf Aussagen des Wirtschaftsnobelpreisträgers Joseph Stiglitz. Dieser habe gesagt, er sehe Banken weiter in der Krise. „Das hat die Finanzwerte in Asien teilweise negativ beeinflusst.“ Auch europaweit wurden Bankwerte verkauft.

Auch Autowerte waren wenige Tage vor Beginn der Internationalen Automobilausstellung in Frankfurt am Main nicht gefragt: Daimler gaben 0,3 Prozent nach, Peugeot und Renault standen in Paris unter Druck. Händlern zufolge drückten kritische Analystenstimmen die Kurse. Allein BMW stach heraus und war mit zwei Prozent Plus drittbester Dax-Wert. Daneben verzeichneten vor allem Titel der Einzelhandelsbranche leichte Gewinne, und so standen Adidas und Metro mit Aufschlägen von bis zu 2,5 Prozent an der Spitze.

Am Rentenmarkt sank die durchschnittliche Rendite börsennotierter Bundeswertpapiere auf 2,98 (Freitag: 2,99) Prozent. Der Bund Future fiel um 0,13 Prozent auf 121,45 Punkte zurück. Der Rentenindex Rex fiel 0,31 Prozent auf 122,36 Punkte. Der Referenzkurs des Euro gab nach. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte ihn auf 1,4561 (Freitag: 1,4594) Dollar fest. Der Dollar kostete 0,6868 (0,6852) Euro.

Kurse, Charts und Watchlisten finden Sie auch auf unseren Internetseiten unter

www.tagesspiegel.de/finanzen

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben