So war der Tag : Anlegern fehlt der Mut

Die Immobilienpreise in den USA steigen stärker als erwartet. Aber die US- Verbraucher trauen dem Aufschwung noch nicht. So widersprüchlich fielen die Wirtschaftsdaten aus, die an den internationalen Börsen am Dienstag verarbeitet werden mussten. Der deutsche Aktienmarkt reagierte zunächst positiv, im Handelsverlauf verringerte er seine Verluste. Kurz vor Handelsschluss knickte der Index jedoch ein. Auch die US-Börse drehte nach einem gelungenen Start ins Minus.

Das überraschend schwache US-Verbrauchervertrauen nährte die Zweifel an der Nachhaltigkeit der Konjunkturerholung in der weltgrößten Volkswirtschaft. Der Index des US-Verbrauchervertrauens sank im September von 54,5 auf 53,1 Punkte – Analysten hatten mit einem Anstieg auf 57 Punkte gerechnet. „Es sieht so aus, als dämpfe die Lage am Arbeitsmarkt weiter das Vertrauen der Verbraucher. Die Leute denken immer noch, dass es schwer ist, einen Arbeitsplatz zu bekommen. Und bis sich das nicht geändert hat, wird das Vertrauen nicht zurückkehren“, erklärte Gary Thayer, Makrostratege bei Wells Fargo in St. Louis. Die Monatsdaten vom Arbeitsmarkt werden am Freitag veröffentlicht.

Der Deutsche Aktienindex Dax notierte zum Handelsschluss bei 5713 Punkten – ein Minus von 0,4 Prozent. Auch die Nebenwerte gaben nach. Der M-Dax fiel um 0,3 Prozent auf 7332 Punkte, der Tec-Dax fiel um 0,4 Prozent auf 752 Zählern.

 Zu den auffälligen Werten im Dax zählten unter anderem die Titel von Salzgitter mit minus 2,3 Prozent. Das Stahlunternehmen will eine nicht nachrangige und nicht besicherte Wandelanleihe begeben. Die in Salzgitter-Aktien wandelbare Anleihe werde ausschließlich institutionellen Investoren außerhalb der USA angeboten, teilte das Unternehmen mit. Das Bezugsrecht bisheriger Aktionäre wurde ausgeschlossen.

Siemens-Titel fielen um 1,7 Prozent. Der Technologiekonzern hatte sich zuvor eher verhalten über die derzeitige Geschäftsentwicklung geäußert. Finanzvorstand Joe Kaeser sagte bei einer Unternehmenskonferenz in London, die Profitabilität der operativen Bereiche werde im vierten Quartal in etwa auf dem Niveau des dritten Quartals verharren. Die Auftragslage liege in diesen Sparten mehr als 20 Prozent unter dem Vorjahr.

Am Rentenmarkt stieg die durchschnittliche Rendite börsennotierter Bundeswertpapiere auf 2,98 (Vortag: 2,97) Prozent. Der Rentenindex Rex kletterte um 0,03 Prozent auf 122,86 Punkte. Der Bund Future fiel um 0,05 Prozent auf 121,50 Punkte zu. Der Referenzkurs des Euro gab nach. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,4549 (Montag: 1,4650) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,6873 (0,6826) Euro. Tsp

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