So war der Tag : Anschub aus Amerika

Ermuntert von überraschend starken japanischen Konjunkturdaten haben Anleger am Montag bei europäischen Aktienwerten zugegriffen. Nippons Bruttoinlandsprodukt hatte im vergangenen Quartal mit einem Plus von 1,2 Prozent fast doppelt so stark zugelegt wie von Analysten erwartet. Der Dax stieg daraufhin bis kurz vor Handelsschluss um zwei Prozent auf 5800 Punkte. Der M-Dax rückte um 1,5 Prozent auf 7420 Zähler vor. Für den Tec-Dax ging es um 2,5 Prozent auf 780 hoch.

„Wir sind mitten in einer Jahresend-Rally“, sagte Aktienstratege Franz Wenzel von Axa Investment Managers. Er traut den europäischen Märkten bis zum Jahresende Kursgewinne von weiteren 15 Prozent zu. Ein anderer Börsianer sagte: „Nach der Schwächephase zwischen Mitte Oktober und Anfang November sehen offenbar einige derjenigen, die die bisherige Rally verpasst haben, ihre Chance für den Einstieg gekommen.“ Auch er sagte für die nächsten Wochen neue Jahreshochs voraus. US-Konjunkturdaten, die besser als erwartet ausgefallen waren, schoben den Dax am späten Nachmittag noch einmal an.

Spitzenreiter im Dax waren Daimler-Papiere. Händler verwiesen auf die Fantasie weiterer Anteilskäufe durch den arabischen Staatsfonds Aabar Khadem Al Qubaisi, der bereits größter Einzelaktionär ist. Auch der Mehrheitseinstieg beim Rennstall Brawn sorgte für Fantasie. Stark gefragt waren auch Thyssen-Krupp mit einem Kursplus von bis zu fünf Prozent. Analysten lobten einhellig die Fortschritte bei der Restrukturierung des Stahlkonzerns. Dies und die für 2010 erwartete Erholung des Stahlmarktes mache Thyssen zu einem attraktiven Investment, ergänzte JP Morgan-Analyst Jeffrey Largey. Die Aktien von Salzgitter stiegen um 3,7 Prozent auf 64,34 Euro. Auch Arcelor-Mittal legten zu.

In der zweiten Reihe, beim M-Dax, gewannen EADS-Titel 3,3 Prozent auf 13,69 Euro. Der Luftfahrt- und Rüstungskonzern stürzte im dritten Quartal in die roten Zahlen und scheut eine konkrete Gewinnprognose, weil die vielen Pannen bei der Entwicklung offenbar für hohe Schäden sorgen. Indes erhielt die Flugzeugtochter Airbus einige Großaufträge. Aus dem S-Dax berichtete die Konsumforscherin GfK über die jüngste Geschäftsentwicklung und bekräftigte den Ausblick, was die Aktie um 5,2 Prozent auf 23,89 Euro steigen ließ.

Am Rentenmarkt sank die durchschnittliche Rendite börsennotierter Bundeswertpapiere auf 3,00 (Freitag: 3,01) Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,16 Prozent auf 123,81 Punkte. Der Bund Future gewann 0,47 Prozent auf 121,89 Punkte. Der Referenzkurs des Euro stieg. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,4965 (Freitag: 1,4868) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,6682 (0,6726) Euro.

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