So war der Tag : Banken drücken die Kurse

Lange hielt die Freude über die historische Zinssenkung in den USA nicht an. Zwar startete der Dax am Mittwochmorgen deutlich im Plus. Doch die Kursgewinne waren schnell wieder aufgefressen. Zum Handelsschluss notierte der Leitindex 0,5 Prozent im Minus bei 4708 Punkten. Der M-Dax mittelgroßer Werte notierte nahezu unverändert bei 5313 Punkten. Der Tec-Dax gewann 0,4 Prozent auf 463 Punkte.

Es waren vor allem schlechte Nachrichten aus der Finanzbranche, die die Kurse im Dax nach unten zogen. Die größte französische Bank BNP Paribas hatte bereits am Vorabend überraschend einen Verlust im Investmentbanking angekündigt. Das brachte die Banken-Titel europaweit unter Druck. Hinzu kamen am Nachmittag weitere Schreckensmeldungen aus den USA: Die ehemalige Investmentbank Morgan Stanley hat im vierten Quartal 2,2 Milliarden Euro Verlust angehäuft – mehr als von Analysten erwartet.

Auf dem Börsenparkett in Frankfurt am Main ging deshalb die Angst um, dass auch in Deutschland Institute mit einem starken Kapitalmarktgeschäft im vierten Quartal stark getroffen sein könnten.  Im Fokus stand die Deutsche Bank, deren Aktie 8,8 Prozent verlor. Viele Analysten rechnen auch bei Deutschlands größtem Geldhaus wegen neuer Milliardenabschreibungen mit roten Zahlen. Die Bank wollte sich dazu nicht äußern. Auch andere Finanzwerte bekamen die Skepsis der Anleger zu spüren: Commerzbank-Aktien verloren mehr als sechs Prozent, Postbank-Papiere fielen um drei Prozent. „Es gibt so viele Unsicherheitsfaktoren beim Thema Banken derzeit, und das macht die Investoren nervös“, sagte Banken experte David Williams vom Investmenthaus Fox-Pitt Kelton.

Die Nachricht einer Produktionsdrosselung im gewinnträchtigen Geschäft mit Flüssigkristallen beunruhigte die Anleger des Darmstädter Pharma- und SpezialchemiekonzernsMerck: Die Aktien rutschten um 4,5 Prozent ab. Auch der Chemiekonzern Lanxess will wegen der Wirtschaftskrise die Produktion zurückfahren. Anders als bei Merck legte der Aktienkurs hier aber acht Prozent zu. Der Schritt zeige, dass die Firma ihre Herausforderungen aktiv angehe, urteilte Analyst Marcus Kons tanti von der Privatbank Sal. Oppenheim.

Am Rentenmarkt sank die durchschnittliche Umlaufrendite der börsennotierten Bundeswertpapiere auf 2,98 (Vortag: 3,12) Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 1,18 Prozent auf 121,39 Punkte. Der Bund Future gewann 0,18 Prozent auf 124,36 Zähler. Der Euro legte zu. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,4059 (1,3690) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,7113 (0,7305) Euro. Tsp

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