So war der Tag : Banken ziehen Börse runter

Die Angst vor Abschreibungen von Banken in Milliardenhöhe hat am Montag die europäischen Aktienmärkte belastet. Der Deutsche Leitindex Dax verlor knapp 1,6 Prozent und stand zu Börsenschluss bei 4271 Punkten. Auch der M-Dax mittelgroßer Werte gab um ein Prozent auf 5046 Punkte nach. Der Auswahlindex für Technologiewerte Tec-Dax sank unter dem Druck von Kursverlusten bei Titeln erneuerbarer Energien um 3,5 Prozent auf 468 Punkte.

Alle Gerüchte seien in der jetzigen Situation geeignet, an den Märkten Unsicherheit hervorzurufen, sagte Folker Hellmeyer, Chefanalyst bei der Bremer Landesbank. Hellmeyer zufolge müssen jene Unternehmen, die durch eigenes Verschulden in Schwierigkeiten geraten sind, verstaatlicht werden, um eine gewisse Ruhe an die Märkte zu bringen.

Vor allem Bankaktien standen nach Berichten, in den USA könnten die Pläne für eine „Bad Bank“ erst einmal auf Eis gelegt werden, am Montag wieder unter Druck. Im Dax gaben die Titel der Deutschen Bank um 6,6 Prozent auf 19,34 Euro nach. Die Papiere der Commerzbank rutschten um 5,8 Prozent auf 3,35 Euro ab, und die Postbank-Titel fielen um 4,8 Prozent auf 8,97 Euro.

Tageschlusslicht im Dax waren aber MAN-Aktien mit einem Minus von 6,8 Prozent. Händler verwiesen darauf, dass die Konjunkturschwäche nachhaltig den Maschinen- und Anlagenbau belaste.

Gegen den Trend stemmten sich VW mit einem Plus von zwei Prozent und Bayer mit einem Plus von 1,4 Prozent. Der Pharmakonzern Bayer gilt als defensiver Wert, der von der Konjunkturentwicklung relativ unabhängig ist.

Ins Rampenlicht rückten am Montag außerdem die Stahlkonzerne Thyssen-Krupp und Salzgitter. Die beiden Unternehmen litten unter der Gewinnwarnung von Voestalpine, sagte ein Händler. Der österreichische Stahlspezialist hatte seine Prognosen für das laufende Geschäftsjahr heruntergeschraubt – und damit die Branche belastet. Thyssen-Krupp-Aktien verloren 0,9 Prozent auf 15,79 Euro. Salzgitter-Aktien fielen um 2,3 Prozent auf 55,75 Euro. Das Unternehmen rechnet in diesem Jahr mit einem Umsatzrückgang in der bisher erfolgreichen Röhren-Sparte, Aktienhändler verwiesen allerdings auf den hohen Auftragsbestand.

Am Rentenmarkt sank die durchschnittliche Rendite börsennotierter Bundeswertpapiere auf 3,04. Der Rentenindex Rex kletterte um 0,30 Prozent auf 121,13 Punkte. Der Bund Future gewann 0,33 Prozent auf 122 Zähler. Der Kurs des Euro gab nach. Die Europäische Zentralbank setzte ihn auf 1,2760 (Freitag: 1,2816) US-Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,7837 Euro (Freitag: 0,7803).Tsp

Kurse, Charts und Watchlisten finden Sie auch auf unseren Internetseiten unter

www.tagesspiegel.de/finanzen

0 Kommentare

Neuester Kommentar