So war der Tag : BMW und die Banken verlieren

Belastet von anhaltend großer Nervosität ist der deutsche Aktienmarkt am Dienstag unter Druck geraten. Zum Börsenschluss stand der Dax mit 1,4 Prozent im Minus bei 5353 Punkten. Im Verlauf war der Leitindex bis auf 5312 Zähler und damit auf den niedrigsten Stand seit dem 19. August dieses Jahres abgesackt. Der M-Dax mittelgroßer Werte verlor zum Handelsschluss 1,3 Prozent auf 6680 Zähler. Der Tec-Dax fiel von Gewinnmitnahmen belastet um 0,5 Prozent auf 719 Punkte.

„Die Nachrichtenfront ist sehr negativ, und außerdem sind wichtige charttechnische Marken gebrochen worden“, sagte ein Händler. Fondsmanager Thilo Müller von MB Fund Advisory erklärte: „Die Börsianer werden nervös.“ Das weitere Risiko nach unten sei aus seiner Sicht aber begrenzt, und bei einigen Werten zeigten sich schon wieder gute Einstiegskurse. Ein dritter Händler meinte, dass die nur uneinheitlich ausgefallenen Bilanzen den Markt nicht aus dem Stimmungstief ziehen könnten. Zur Unsicherheit der Investoren trugen Börsianern zufolge auch die im Wochenverlauf anstehenden Zentralbanksitzungen in der Euro-Zone, den USA sowie in Großbritannien bei.

Autowerte stellten die Tagesverlierer im Dax. BMW-Aktien rutschten nach der Quartalsbilanz des Autobauers zeitweise mehr als 6,4 Prozent ins Minus. Bei Handelsschluss lagen sie mit einem Minus von 6,3 Prozent immer noch deutlich am Dax-Ende. Die Zahlen sind laut Händlern „schwächer als erwartet“ ausgefallen. Im Sog von BMW verloren Daimler- Aktien rund vier Prozent.

Unter den Bankenwerten verloren Titel der Commerzbank nach überraschend am Vorabend vorgelegten Eckdaten für ihr drittes Quartal vier Prozent. „Die Aktie bekommt die Quittung für die massiven Verluste der Bank im dritten Quartal“, sagte ein Händler. „Neue Marke, neue Abteilungen, aber immer noch die alten Probleme“, schrieben die Analysten der Citigroup in einer Studie und verwiesen auf die sinkende Kernkapitalquote. Einfluss auf die Bankenwerte nehme auch die Quartalsbilanz der Schweizer Großbank UBS, die nicht aus den roten Zahlen herauskommt und enttäuschte. UBS-Aktien verloren bis zu sieben Prozent, die Titel der Deutschen Bank sackten um mehr als vier Prozent ab.

Am Rentenmarkt sank die durchschnittliche Rendite börsennotierter Bundeswertpapiere auf 2,97 (Vortag: 3,02) Prozent. Der Rentenindex Rex kletterte um 0,22 Prozent auf 123,64 Punkte. Der Bund Future gab um 0,11 Prozent auf 122,03 Punkte nach. Der Kurs des Euro fiel. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,4658 (1,4772) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,6822 (0,6770) Euro. Tsp

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