So war der Tag : China verdirbt die Stimmung

Kursverluste an den asiatischen Börsen, ein Kurseinbruch bei VW und anhaltende Gewinnmitnahmen haben den deutschen Aktienmarkt am Mittwoch belastet.

Der Dax sank zwischenzeitlich um fast 1,8 Prozent auf 5158 Punkte. Bis zum Handelsschluss erholte er sich leicht; zuletzt stand er bei 5231 Zählern (minus 0,4 Prozent). Auch die New Yorker Börse erholte sich nach einem schwachen Start. Auf die schlechte Stimmung hatten zunächst Aussagen von US-Starinvestor Warren Buffett gedrückt, wonach die US-Wirtschaft zwar auf dem Weg der Besserung sei. Das Ausmaß der Staatsschulden infolge der Konjunkturpakete sei aber „unhaltbar.“ Der Kursrutsch an der chinesischen Börse trieb Investoren in als weniger riskant geltende Anlagen. Gefragt waren Währungen wie der Yen und der Dollar. Auch Staatsanleihen profitieren von der wieder gestiegenen Unsicherheit der Anleger.

Der M-Dax verlor 0,6 Prozent auf 6398 Zähler. Der Technologiewerte-Index Tec-Dax rutschte um 0,7 Prozent auf 686 Punkte ab.

Händler verwiesen vor allem auf negative Impulse von der Börse in China als Belastungsfaktor für den Gesamtmarkt. In Shanghai waren die Kurse erneut um mehr als vier Prozent abgesackt. „Die Schwäche in China ist der Grund für die Kursverluste“, sagte Kapitalmarktexperte Stefan de Schutter von Alpha Wertpapierhandel. „Die Börsen sind zu hoch geflogen.“ Aktuelle Nachrichten gebe es wenige, und so nähmen viele Investoren ihre Gewinne nun lieber mit. Stammaktien von Volkswagen sackten wie schon am Vortag um knapp 14 Prozent ans Index-Ende und fielen erstmals seit März 2008 unter 150 Euro. Händler verwiesen darauf, dass Katar nach Informationen aus Porsche-Kreisen je Stammaktie etwa 80 Euro bezahlt. Die Vorzugsaktien von VW verteuerten sich dagegen um 15 Prozent. Stahlwerte waren hingegen nach ihren Vortagesgewinnen schwächer. Thyssen-Krupp-Aktien verloren 1,3 Prozent. Salzgitter-Titel dämmten ihre Verluste ein und fielen zuletzt um 1,5 Prozent. Börsianer sahen die Belastung vor allem in schwachen Vorgaben aus China. Dort habe mit Maanshan Iron & Steel einer der größten Stahlproduzenten des Landes einen neuerlichen Halbjahresverlust hinnehmen müssen. Die Aktien rutschten daraufhin in Shanghai deutlich ab.

Am Rentenmarkt sank die durchschnittliche Rendite der börsennotierten Bundeswertpapiere auf 3,03 (Vortag: 3,09) Prozent. Der Rentenindex stieg um 0,10 Prozent auf 122,05 Punkte. Der Bund Future stieg um 0,25 Prozent auf 122,47 Punkte. Der Kurs des Euro stieg. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,4112 (Dienstag: 1,4101) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,7086 (0,7092) Euro. Tsp

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