So war der Tag : Dämpfer für die Optimisten

Nach dem überraschenden Einbruch des Verbrauchervertrauens in den USA hat der Dax am Freitag seine Verluste ausgebaut.

Mit 5732 Zählern notierte der Leitindex kurz vor Handelsschluss 1,7 Prozent im Minus. So schrumpfte auch das Wochenplus zusammen. Händler verwiesen auf die Wall Street, wo die großen Indizes deutlich verloren. Der M-Dax für die 70 wichtigsten Nebenwerte sank um 1,7 Prozent auf 7469 Punkte. Der Tec-Dax verlor 1,8 Prozent auf 762 Zähler.

Der Index zum Verbrauchervertrauen der Uni Michigan war überraschend auf nur noch 69,4 (Vormonat 73,5) Punkte gefallen. Analysten hatten im Schnitt mit einem Stand von 73,5 Zählern gerechnet. „Dies ist enttäuschend, zumal wir sogar mit einem weiteren leichten Anstieg gerechnet hatten“, stellte Postbank-Analyst Heinrich Bayer fest. Das zeuge ganz gewiss nicht von einer bevorstehenden Dynamik beim privaten Verbrauch in den USA. Dieser dürfte vielmehr in der näheren Zukunft weiterhin sehr verhalten bleiben, führte Bayer aus.

Enttäuschend fielen auch die Quartalszahlen von General Electric und der Bank of Americaaus. Branchenexperte Malcolm Polley von Steward Capital Advisors wies darauf hin, dass die Bank of America 60 Prozent ihrer Kredite an US-Verbraucher vergeben hat – auch in Form von Kreditkarten. Nach einer Reihe von Geschäftsberichten aus der Finanzbranche zeigt sich damit deutlicher, dass die einsetzende wirtschaftliche Erholung bislang noch nicht bei den Verbrauchern angekommen ist. Erst am Donnerstag hatte die Citigroup die Anleger mit Kreditausfällen von acht Milliarden Dollar daran erinnert, dass die Nachwehen der Finanzkrise noch nicht ausgestanden sind.

Belastet durch den Milliardenverlust der Bank of America im dritten Quartal rutschten auch deutsche Bankentitel deutlich ab – allen voran Papiere der Commerzbank, die am Dax-Ende drei Prozent verloren. Deutsche-Bank-Aktien sanken um 2,3 Prozent. MAN-Aktien hielten sich besser als der Markt und gaben lediglich um 0,4 Prozent nach. Sie profitierten damit laut Händlern von Spekulationen, VW plane mit der Kapitalerhöhung eine Komplettübernahme des Lkw-Herstellers. VW-Vorzüge sackten daher um 5,9 Prozent ab. Im M-Dax zogen Aktien von IVG um 6,6 Prozent an. Händler verwiesen auf den Verkauf von Immobilien im Wert von 470 Millionen Euro über die vergangenen Wochen.

Am Rentenmarkt stieg die durchschnittliche Rendite börsennotierter Bundeswertpapiere auf 3,09 (Vortag: 3,06) Prozent. Der Rex sank um 0,22 Prozent auf 122,45 Punkte. Der Bund Future gab um 0,09 Prozent auf 121,32 Punkte nach. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Euro-Referenzkurs auf 1,4869 (Donnerstag: 1,4864) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,6725 (0,6728) Euro. Tsp

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