So war der Tag : Dax rettet sich ins Plus

Schwache US-Konjunkturdaten haben am Donnerstag die Gewinne an den Aktienmärkten wieder schmelzen lassen. Der Dax, der im Schlepptau einer zunächst freundlichen Wall Street noch bis zu 1,7 Prozent auf 4275 Punkte zugelegt hatte, bröckelte bis zum Schluss auf 4215 Punkte wieder ab.

 Damit betrug das Plus noch 0,2 Prozent. Auch an der Wall Street gab der Dow-Jones-Index seine Gewinne wieder ab und rutschte auf das Vortagesschlussniveau. Die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe in den USA ist in der abgelaufenen Woche etwas höher ausgefallen als erwartet.

Die Stimmung am deutschen Aktienmarkt war dank freundlich aufgenommener Unternehmenszahlen insgesamt gut. „Die Fundamentaldaten für die Realwirtschaft bleiben extrem düster, aber es gibt auch einige Lichtblicke wie zum Beispiel Nestlé, die zeigen, dass der Konsum in Europa noch nicht so schlecht ist, wie einige fürchten“, erklärte Commerzbank-Stratege Hans-Jürgen Delp. Selbst tiefrote Zahlen – wie von der Postbank oder dem Autozulieferer Continental – wurden gelassen aufgenommen, da noch schlechtere Zahlen befürchtet worden waren.

Titel der Postbank waren mit plus 5,8 Prozent einer der Favoriten im Dax. Die Finanzkrise drückte das Institut zwar 2008 erstmals in seiner jüngeren Geschichte erwartungsgemäß tief in die roten Zahlen. Für 2009 ist die Postbank aber vorsichtig optimistisch und sieht weder weiteren Kapitalbedarf noch eine Notwendigkeit, auf staatliche Garantien zurückzugreifen. „Viele hatten da Schlimmeres erwartet“, erklärte ein Händler. Anleger honorierten zudem, dass das Institut keine finanzielle Unterstützung vom Staat will. Die Aktien der Deutschen Bank zogen um 0,6 Prozent an.

MAN-Aktien legten um ähnlich deutliche 5,6 Prozent zu. Der Nutzfahrzeug- und Motorenhersteller steigerte im vergangenen Jahr Umsatz sowie Gewinn und erfüllte seine selbst gesteckten Ziele. Die schleppende Nutzfahrzeugnachfrage belastet jedoch den Ausblick auf das laufende Jahr. Aktien von Fresenius Medical Care (FMC) litten nach guten Zahlen unter Gewinnmitnahmen und verloren 0,4 Prozent. Der zum Gesundheitskonzern Fresenius gehörende Dialysespezialist konnte im abgelaufenen Geschäftsjahr erneut Rekordwerte erzielen und Umsatz sowie Ergebnis steigern.

Am Rentenmarkt stieg die durchschnittliche Rendite der börsennotierten Bundeswertpapiere auf 2,85 (Vortag: 2,71) Prozent. Der Rex fiel um 0,26 Prozent auf 121,75 Punkte. Der Bund Future verlor 0,88 Prozent auf 124,61 Punkte. Der Kurs des Euro stieg deutlich. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,2705 (Mittwoch: 1,2596) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,7871 (0,7939) Euro. Tsp

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