So war der Tag : Dax steigt um 5,4 Prozent

Nach der steilen Talfahrt an den Börsen machten sich Anleger am Mittwoch erfolgreich Mut. Die Hoffnung auf ein Anziehen der Wirtschaft in China, so hieß es, habe Anleger am deutschen Aktienmarkt in Kauflaune versetzt.

Der Dax legte bis zum Handelsschluss tatsächlich kräftig um 5,4 Prozent auf 3890 Zähler zu. „China sei Dank. Das dortige Konjunkturpaket treibt die Kurse an“, sagte Aktienhändler Matthias Melms von der NordLB. „Es wird heute die Karte ,Erholung der Weltwirtschaft’ gespielt.“ China plant, sein umgerechnet knapp 470 Milliarden Euro schweres Konjunkturpaket auszuweiten. Außerdem erhalten die dortigen Firmen zum ersten Mal seit vier Monaten wieder mehr Aufträge und bauen ihre Produktion aus. Die Börse in Schanghai schloss am Mittwoch mit einem Plus von mehr als sechs Prozent.

Weil es sonst kaum gute Nachrichten gab, sprachen Börsianer außerdem von einer überfälligen technischen Reaktion, nachdem der Dax an den vergangenen beiden Handelstagen rund vier Prozent eingebüßt hatte. Die „Technik“ des Dax deutet allerdings nicht auf eine nachhaltige Erholung hin. Der Dax könnte nach Berechnungen von Charttechnikern in diesem Jahr schneller als die restlichen europäischen Indizes auf neue Mehrjahrestiefs fallen. Anders als der Europa-Index Stoxx50 sei der deutsche Leitindex nämlich noch nicht unter sein Tief von 2003 gerutscht, hieß es zur Begründung. Einige der Experten erwarten deshalb für das laufende Jahr noch ein Abrutschen des Dax auf bis zu 2500 Punkte. Damit würde sich der deutsche Leitindex allerdings noch immer über seinem Tief von 2003 von rund 2200 Punkten halten.

Am Mittwoch waren an der deutschen Börse vor allem Industrie-, Auto- und Finanzwerte gefragt. Von der Hoffnung auf zusätzliche Aufträge aus China profitierten insbesondere Stahlwerte. Die deutsche Stahlindustrie setzt zudem auf eine moderate Erholung im zweiten Halbjahr. An der Dax-Spitze standen die Aktien von Salzgitter mit einem Aufschlag von 11,1 Prozent, Thyssen-Krupp-Titel gewannen 10,2 Prozent. Trotz eines US-Absatzeinbruchs im Februar standen Aktien von Autoherstellern auf den Einkaufslisten. Börsianer mutmaßten, dass einige Investoren noch Schlimmeres erwartet hatten.

Am Rentenmarkt stieg die durchschnittliche Rendite der börsennotierten Bundeswertpapiere auf 2,85 (Dienstag: 2,81) Prozent. Der Rentenindex Rex kletterte um 0,19 Prozent auf 122,82 Punkte. Der Bund Future fiel um 0,57 Prozent auf 124,63 Punkte. Der Kurs des Euro fiel. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,2555 (1,2615) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,7965 (0,7927) Euro. Tsp

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