So war der Tag : Dax streift 4800 Punkte

Nach dem Kursanstieg zu Wochenbeginn haben sich die Anleger am deutschen Aktienmarkt am Dienstag zunächst zurückgehalten. Erst am späten Nachmittag zogen die Kurse an. Kurz vor Handelsschluss kletterte der Dax sogar über die Marke von 4800 Punkten bis auf 4834 Zähler. Er schloss bei 4779 Punkten (plus 1,3 Prozent). Der M-Dax stieg um 1,2 Prozent auf 5317 Punkte. Unter Druck standen Technologiewerte: Der Tec-Dax rutschte um zwei Prozent auf 482 Zähler ab. In New York verlief der Aktienhandel uneinheitlich. Der Dow Jones fiel, der Technologieindex Nasdaq stieg.

Geschockt reagierten Anleger an der deutschen Börse auf die Gewinnwarnung von Q-Cells. Überraschend hatte der weltgrößte Solarzellenhersteller seine erst vor einem Monat angehobene Prognose einkassiert. Die im Tec-Dax gelisteten Aktien stürzten um bis zu 34 Prozent ab. Sie schlossen mit einem Minus von 18,6 Prozent. Andere Solarwerte gerieten ebenfalls in den Abwärtssog. SMA Solar fielen um 9,6 Prozent. Die Aktien von Manz Automation rutschten um 10,5 Prozent ab, obwohl der Konzern seine Prognosen für Umsatz und Gewinn bestätigte. Die im M-Dax gelisteten Papiere des Silizium-Herstellers Wacker Chemie fielen um 4,2 Prozent und waren damit einer der größten Verlierer in dem Nebenwerte-Index. Silizium ist der wichtigste Rohstoff für Solarzellen. Wacker betonte allerdings, von der Schwäche in der Solarbranche nicht beeinträchtigt zu sein. Stornierungen gebe es nicht.

Belastend wirkte sich auch die Senkung der Umsatzprognosen von gleich vier US-Chipherstellern auf die Technologieaktien aus. Andererseits setzten Anleger weiter große Hoffnungen auf eine Rettung der US-Autobranche und ein umfassendes Konjunkturprogramm für die weltgrößte Volkswirtschaft. Der überraschende Anstieg des deutschen ZEW-Konjunkturindex, der die Stimmung unter den Finanzmarktprofis misst, wurde ebenfalls positiv aufgenommen.

Zu den Gewinnern im Dax zählten neben Continental (plus 6,3 Prozent) Adidas (plus 9,2 Prozent), was Händler mit ein wenig Zuversicht hinsichtlich der weltweiten Konjunkturprogramme begründeten.

Am Rentenmarkt sorgte der ZEW-Index für fallende Kurse. Zudem hatte der Markt große Neuemissionen zu verdauen, da neue Anleihen für über vier Milliarden Euro angeboten wurden. Die zehnjährige Bundesanleihe rentierte mit 3,205 Prozent. Die von der Bundesbank täglich errechnete Umlaufrendite börsennotierter öffentlicher Anleihen stieg auf 3,15 (3,08) Prozent. Der Rex-Rentenindex sank um 1,0 Prozent auf 119,6695 Stellen. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs des Euro auf 1,2838 (Montag: 1,2854) Dollar fest. Der Dollar kostete 0,7789 (0,7780) Euro. Tsp

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