So war der Tag : Dax unter Druck

Kurz vor Beginn der Bilanzsaison in den USA haben Anleger am europäischen Aktienmarkt vorsichtig agiert. In einem insgesamt ruhigen Geschäft machten einige von ihnen am Dienstag Kasse.

 „Es fehlen die nötigen Impulse – da nehmen Anleger gern mal Gewinne vor den Osterfeiertagen mit“, sagte ein Händler. Der Dax büßte bis Handelsschluss 0,6 Prozent auf 4322 Punkte ein, der Euro-Stoxx 50 der größten Börsengesellschaften aus der Euro-Zone verlor 0,7 Prozent auf 2165 Zähler. Der M-Dax der mittelgroßen Werte sackte um 2,8 Prozent auf 4753 Punkte ab, der Technologiewerte-Index Tec-Dax gab um 1,3 Prozent auf 504 Zähler nach.

Als zusätzlichen Belastungsfaktor für die Schwäche am Markt machten Händler einen Pressebericht über die Befürchtung des Internationalen Währungsfonds (IWF) aus, dass sich die Summe toxischer Wertpapiere in den Bilanzen von Banken und Versicherungen auf bis zu vier Billionen US-Dollar erhöht haben könnte. „Das drückt die Finanzwerte und damit die ganze Stimmung am Markt wieder etwas nach unten“, hieß es.

Mit Spannung fieberten die Anleger den nach Börsenschluss erwarteten Zahlen des weltgrößten Aluminiumproduzenten Alcoa entgegen, der traditionell die US-Bilanzsaison einläutet. Nach Daten von Thomson Reuters sind die Gewinne der im S & P 500-Index gelisteten US-Konzerne um fast 37 Prozent geschrumpft.

Unter Verkaufsdruck standen am deutschen Aktienmarkt Daimler und BMW, die für März erneut kräftige Absatzrückgänge bekannt gegeben hatten – wenn auch mit nachlassender Dynamik. Daimler-Aktien verloren 1,5 Prozent, BMW gaben 4,4 Prozent nach. Schwach lagen auch die Papiere der Deutschen Bank, die sich um 4,1 Prozent verbilligten. „Die Finanzwerte leiden nach ihren kräftigen Aufschlägen der Vorwoche unter Gewinnmitnahmen“, sagte Aktienstratege Heinz-Gerd Sonnenschein von der Postbank. Die gleiche Begründung nannten Börsianer auch für die Kursverluste der Stahlwerte. Thyssen-Krupp-Aktien gaben 2,5 Prozent nach, Salzgitter-Aktien verloren fünf Prozent. Im Nebenwerte-Index M-Dax setzten Premiere-Aktien ihre Talfahrt fort und fielen um 9,7 Prozent. Der niedrige Bezugspreis für die Kapitalerhöhung von 1,12 Euro je Aktie laste weiterhin auf den Papieren, sagten Börsianer.

Am Rentenmarkt sank die Umlaufrendite auf 3,08 (Vortag: 3,11) Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,07 Prozentpunkte auf 122,77 Punkte. Der Bund Future gewann 0,08 Prozent auf 122,33 Punkte. Der Kurs des Euro fiel. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,3255 (Montag: 1,3496) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,7544 (0,7410) Euro. Tsp

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