So war der Tag : Der Dax gibt weiter nach

Der Dax hat am Donnerstag nach einem durchwachsenen Handelsbeginn seine Talfahrt beschleunigt. Bei Börsenschluss lag er mit minus einem Prozent bei 5470 Punkten. „Um weiter zu steigen, bräuchte der Markt weitere und diesmal exorbitant gute Zahlen“, erklärte ein Börsianer den Kursverlust. „Da die aber nicht in Sicht sind, nehmen die Leute erst einmal Gewinne mit.“ Der M-Dax der mittelgroßen Werte büßte zum Handelsschluss 1,2 Prozent auf 6727 Punkte ein. Der Technologiewerteindex Tec-Dax gab 0,9 Prozent auf 698 Punkte ab. Unternehmenszahlen, die den Dax hätten antreiben können, waren am Donnerstag nur dünn gesät: Lediglich einige Unternehmen aus der zweiten und dritten Reihe legten ihre Berichte vor.

Im Dax zeigten sich SAP-Aktien von einer in den USA gerichtlich angeordneten Strafzahlung von 139 Millionen Dollar wegen Patentrechtsverletzungen wenig beeindruckt und gewannen 1,3 Prozent. Merck-Finck-Analyst Theo Kitz blieb bei seiner Kaufempfehlung. Es sei nicht davon auszugehen, dass sich die Strafe negativ auf die SAP-Bilanz auswirken werde. Bayer-Papiere fielen bis zu 4,5 und schlossen bei 4,1 Prozent. Marktteilnehmer verwiesen auf Spekulationen über eine mögliche Kapitalerhöhung, die die Titel belastet hätten. Händler äußerten sich jedoch skeptisch. Die Spekulation käme häufiger auf. Das Leverkusener Unternehmen selbst dementierte: „Bayer plant keine Kapitalerhöhung.“

Ein kritischer Analystenkommentar ließ die Anteilsscheine von K+S am Dax-Ende um 5,4 Prozent einbrechen. Einem Händler zufolge lösten die negativen Aussagen über die Liquidität des Düngemittelspezialisten Sorgen über eine Kapitalerhöhung aus. Ein K+S-Sprecher wollte die Spekulationen nicht kommentieren.

Im M-Dax stiegen die Aktien von Fielmann nach der Veröffentlichung vollständiger Halbjahreszahlen zum Börsenschluss um 3,8 Prozent. Ein Händler lobte vor allem einen leicht besseren Überschuss. Dagegen gehörten Papiere von Q-Cells nach einem negativ aufgenommenen Pressebericht mit einem Schlusskurs von minus 3,6 Prozent zu den größten Verlierern im Tec-Dax. Im „Handelsblatt“ hieß es, das Gemeinschaftsunternehmen mit dem US-Siliziumproduzenten MEMC sei juristisch heikel und es könnten Klagen drohen.

Am Rentenmarkt fiel die durchschnittliche Rendite börsennotierter Bundeswertpapiere auf 3,01 (Vortag: 3,03) Prozent. Der Rentenindex Rex kletterte um 0,24 Prozent auf 122,46 Punkte. Der Bund Future verlor 0,22 Prozent auf 122,54 Punkte. Der Referenzkurs des Euro gab leicht nach. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte ihn auf 1,4268 (Mittwoch 1,4270) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,7009 (0,7008) Euro. Tsp

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