So war der Tag : Einbruch am Nachmittag

Die übliche Kurspflege der großen Investoren zum Quartalsende konnte den Dax am Mittwoch nicht im Plus halten. Am Nachmittag platzten Konjunkturdaten aus den USA in den Aktienhandel, die schlechter als erwartet ausfielen und den Dax zum Absturz brachten. Zum Handelsschluss lag der Index bei 5675 Punkten – 0,7 Prozent niedriger als am Vortag. Am Morgen war er bis auf 5744 Punkte geklettert. Der M-Dax stieg um 0,4 Prozent auf 7358 Zähler, der Tec-Dax um 0,7 Prozent auf 757 Punkte.

Die Nachrichtenlage war wie an den Vortagen widersprüchlich. So verlangsamte sich die Talfahrt der US-Wirtschaft im zweiten Quartal des Jahres stärker als angenommen. Die größte Volkswirtschaft der Welt schrumpfte von April bis Juni aufs Jahr hochgerechnet nur noch um 0,7 Prozent, wie das US-Handelsministerium in seiner dritten und endgültigen Schätzung mitteilte. Es war das beste Ergebnis in mehr als einem Jahr. Zugleich fiel aber der an der Börse aufmerksam verfolgte Konjunkturindex der Chicagoer Einkaufsmanager mit 46,1 Punkten schlechter aus als erwartet.

Händler machten sich mit der insgesamt positiven September-Bilanz Mut. „Die im September ausgerufene Korrektur verschiebt sich ins vierte Quartal“, hieß es. Zu den Favoriten im deutschen Leitindex gehörten am Mittwoch Adidas-Aktien mit Aufschlägen von bis zu knapp vier Prozent. Händler begründeten das Kursplus mit dem überraschend hohen Quartalsgewinn des US- Konkurrenten Nike. Später büßte Adidas seinen Kursgewinn allerdings fast vollständig ein.

Stabiler hielten sich an der Dax-Spitze Infineon- Aktien, die um bis zu sechs Prozent und zuletzt noch um fünf Prozent stiegen. Händlern zufolge profitierten die Titel von Quartalszahlen des US-Chipherstellers Micron. Dieser hatte den Verlust überraschend stark verringert. In Reaktion auf eine Kurszielanhebung durch die Analysten der Deutschen Bank legten Allianz-Aktien um mehr als 1,8 Prozent und Münchener Rück um rund 0,8 Prozent zu. Bayer-Aktien fielen als schwächster Dax-Wert um 3,1 Prozent. Händler verwiesen hier vor allem auf die gestrichene Kaufempfehlung der UBS. Zudem legte der Pharma- und Chemiekonzern für sein Krebsmedikament und neuen Hoffnungsträger Nexavar Studienergebnisse vor, die Analysten enttäuschend fanden.

Am Rentenmarkt fiel die Umlaufrendite auf 2,96 (Vortag: 2,98) Prozent. Der Rentenindex sank um 0,15 Prozent auf 122,69 Punkte. Der Bund Future stieg um 0,02 Prozent auf 121,77 Punkte zu. Der Referenzkurs des Euro stieg. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,4643 (Dienstag: 1,4549) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,6829 (0,6873) Euro. Tsp

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