So war der Tag : Erholung zum Wochenschluss

Hoffnungen auf eine weitere wirtschaftliche Erholung und das Ausbleiben von Hiobsbotschaften aus Griechenland haben Anleger zum Wochenschluss wieder etwas zuversichtlicher gestimmt. Der Dax stieg am Freitag zuletzt um 1,2 Prozent auf 6244 Zähler und machte damit seinen Vortagesverlust wieder wett. „Ich glaube, der Markt freut sich schon, dass es eben keine neuen schlechten Nachrichten aus Griechenland gibt“, erklärte ein Händler. „Ich habe das Gefühl, dass der Dax eher in Richtung 6300 Punkte marschiert, als dass er auf 6150 Zähler fällt“, beschrieb ein weiterer Marktteilnehmer die Stimmung. Erst am Dienstag hatte der Dax mit 6265 Punkten das höchste Niveau seit September 2008 erreicht.

Am Derivatemarkt überwog allerdings zum Wochenausklang die Skepsis. „Es sieht so aus, als ob kleine Short-Positionen im Index aufgebaut werden“, sagte Händler Markus Pongratz. Eine Short-Position nehmen Anleger ein, weil sie mit sinkenden Kursen rechnen. Vor allem Puts (Verkaufsoptionen) auf den Leitindex Dax waren an der Terminbörse gesucht.

Die optimistische Einschätzung der Wirtschaftsentwicklung wurde von einem unerwartet deutlichen Anstieg der deutschen Exporte im Februar untermauert. Bereits am Donnerstag hatten starke US-Einzelhandelsumsätze im März die Stimmung aufgehellt. Die Entspannung zeigt sich auch am Devisen- und Rentenmarkt. Der Euro kletterte zeitweise wieder, die Risikoaufschläge für griechische Staatsanleihen sanken. Börsianern zufolge bleibt die Lage in Griechenland aber im Fokus. Solange sich von dort aber kein Flächenbrand ausbreite, sei kaum mit großen Rückschlägen für die Aktienmärkte zu rechnen.

Gefragt waren die am Donnerstag noch unter Druck stehenden Finanzwerte. Im Dax zählten Deutsche-Bank-Aktien mit einem Plus von 2,1 Prozent zu den größeren Gewinnern. Commerzbank-Papiere verteuerten sich bis zum Abend um 0,6 Prozent. An die Spitze des Dax setzten sich die Aktien der Energiekonzerne Eon (plus 2,7 Prozent) und RWE (plus 2,3 Prozent). Bei den Nebenwerten im M-Dax wurden die Aktien des Duft- und Aromenherstellers Symrise von einem starken Umsatzanstieg des Branchenprimus Givaudan mitgezogen. Symrise-Titel verteuerten sich im Handelsverlauf um drei Prozent.

Am Rentenmarkt sank die durchschnittliche Rendite börsennotierter Bundeswertpapiere auf 2,73 (Mittwoch: 2,77) Prozent. Der Rentenindex Rex legte um 0,25 Prozent auf 125,27 Punkte zu. Der Bund Future stieg ebenfalls um 0,25 Prozent auf 123,42 Punkte. Der Kurs des Euro fiel. Die Europäische Zentralbank setzte den Referenzkurs auf 1,3296 (1,3340) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,7521 (0,7496) Euro. Tsp

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