So war der Tag : Fehlstart in die Woche

Der deutsche Aktienmarkt ist am Montag mit Kursverlusten in die neue Woche gestartet. Der Dax drehte bis zum Handelsschluss ins Minus und verlor im Sog ebenfalls schwacher US-Börsen 1,7 Prozent auf 5642 Punkte. „Einen richtigen Auslöser dafür gibt es nicht“, sagte ein Börsianer. Die Umsätze seien weiter gering. „Offenbar gibt es ein paar Gewinnmitnahmen, eine Nachricht, die das bewirkt haben könnte, sehen wir aber nicht“, erklärte ein anderer Händler. Die mit dem Volatilitätsindex V-Dax-New gemessene Risikobereitschaft der Anleger sank am Montag drastisch. Der Index schoss um knapp zehn Prozent nach oben und erreichte damit das Niveau von Anfang Oktober. Je höher der Index, der auf dem Verhältnis von Kauf- und Verkaufsoptionen auf die 30-Dax-Werte basiert, desto geringer ist der Appetit der Investoren auf risikoreiche Geldanlagen wie Aktien.

Viele Anleger hielten sich zurück, da neben einer Reihe von deutschen und europäischen Unternehmensbilanzen in dieser Woche auch die Wachstumsdaten aus den USA anstehen. „Da will sich im Moment niemand zu weit aus dem Fenster lehnen“, sagte ein Händler. Der Koalitionsvertrag in Berlin wurde positiv aufgenommen: „Es sieht nicht so aus, als wolle sich die Koalition zu Tode sparen, und das honoriert der Aktienmarkt“, fasste Carsten Klude, Aktienstratege bei M.M. Warburg, zusammen.

Der Pharma- und Chemiekonzern Merck enttäuschte die Anleger mit seinem Zwischenbericht. Die Aktie fiel um vier Prozent und war damit eines der Schlusslichter im Dax. Noch schwächer notierte die Deutsche Bank mit einem Minus von 4,2 Prozent. Analysten waren bei Merck vor allem vom Ausblick enttäuscht. Kursgewinne verbuchte dagegen Konkurrent Bayer. Die Leverkusener legen am Dienstag Zahlen vor. Da einige Anleger laut Händlern aus Merck in Bayer wechselten, stiegen die Titel um 0,3 Prozent und führten damit die Gewinnerliste im Dax an.

In dieser Woche legen unter anderem SAP am Mittwoch, Lufthansa und MAN am Donnerstag Geschäftszahlen vor. BASF, Deutsche Bank und Daimler wollen ihre bereits veröffentlichten Eckdaten noch mit detaillierten Zahlen ergänzen. Mit Spannung warteten Händler vor allem auf die Veröffentlichung des Bruttoinlandsprodukt für das dritte Quartal in den USA am Donnerstag.

Am Rentenmarkt stieg die durchschnittliche Rendite der börsennotierten Bundeswertpapiere auf 3,13 (Freitag: 3,10) Prozent. Der Rentenindex sank um 0,12 Prozent auf 122,37 Punkte. Der Bund Future gab um 0,22 Prozent auf 120,57 Punkte nach. Der Kurs des Euro fiel leicht. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,5019 (1,5020) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,6658 (0,6658) Euro. Tsp

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