So war der Tag : Griechenland gibt Auftrieb

Positiv aufgenommene Daten vom US-Arbeitsmarkt und die Hoffnung auf eine Lösung der griechischen Schuldenkrise haben den europäischen Aktienmärkten am Freitag Auftrieb gegeben. Der Dax gewann 1,42 Prozent auf 5877 Zähler. Auf Wochensicht ergab sich damit ein Plus von fast fünf Prozent. Das ist der stärkste Anstieg seit Juli 2009. Für den M-Dax ging es am Freitag um 1,47 Prozent auf 7853 Zähler nach oben und der techniklastige Tec-Dax stieg um knapp ein Prozent auf 823 Punkte.

„Vor allem die Entwicklung bei der Zeitarbeit ist positiv zu werten“, kommentierte Helaba-Analyst Ralf Umlauf die US-Daten. „Da gab es einen deutlichen Zuwachs.“ Dies nähre Hoffnungen, dass demnächst auch wieder am gesamten US-Arbeitsmarkt Stellen geschaffen würden. Im Februar wurden in den USA 36 000 Stellen gestrichen. Analysten hatten allerdings mit einem Minus von 50 000 gerechnet.

Neben den US-Daten sorgten die Sparpläne der griechischen Regierung sowie das rege Interesse an den Staatsanleihen des Landes für weitere Beruhigung am Aktienmarkt. Der Volatilitätsindex V-Dax, der die Nervosität der Anleger misst, fiel auf den tiefsten Stand seit sieben Wochen. Griechenland hatte am Vortag einen dreifach überzeichneten Bond im Volumen von fünf Milliarden Euro platziert und damit sowohl sich selbst als auch dem Euro Luft verschafft. „Die Schlacht ist gewonnen, der Krieg allerdings noch nicht“, beschrieb ein Händler die Stimmung. Derzeit sei der Markt aber optimistisch, dass Griechenland einen Weg aus der Krise finden werde.

Das stützte vor allem die Bankwerte. Spitzenreiter im Dax waren die Aktien der Commerzbank mit einem plus von 3,4 Prozent. Anteilsscheine der Deutschen Bank stiegen um 2,5 Prozent. Autoaktien wie Daimler, BMW, die Vorzugsaktien von VW, aber auch Zulieferer wie Continental zogen gemeinsam mit ihren europäischen Konkurrenten kräftig an und kletterten zwischen 6,8 und 2,5 Prozent. Gründe seien der Genfer Autosalon sowie ein gewisses Nachholpotenzial, sagten Händler.

Auch die Börsen in Europa verbuchten Gewinne: Der EuroStoxx 50 ging mit einem Aufschlag von 2,18 Prozent auf 2877 Zähler aus dem Handel. In Paris und London gingen die Börsen ebenfalls mit Gewinnen ins Wochenende. Am Rentenmarkt sank die durchschnittliche Rendite börsennotierter Bundeswertpapiere auf 2,76 (Vortag: 2,79) Prozent. Der Rentenindex Rex kletterte um 0,21 Prozent auf 124,85 Punkte. Der Bund Future gab um 0,23 Prozent nach auf 124,00 Punkte. Der Referenzkurs des Euro fiel. Die Europäische Zentralbank setzte ihn auf 1,3582 (1,3668) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,7363 (0,7316) Euro. Tsp

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