So war der Tag : Gute Stimmung

Der Dax hat seine Kursgewinne am Freitag nach überraschend guten US-Arbeitsmarktdaten deutlich ausgebaut. In den USA wurden im Mai viel weniger Stellen abgebaut als von Analysten erwartet.

 „Man kann aus den Daten den Schluss ziehen: Das Schlimmste für die US-Konjunktur und auch für den Arbeitsmarkt liegt hinter uns“, sagte Rainer Sartoris, Analyst bei HSBC Trinkaus. Der Dax kletterte zeitweise um knapp zwei Prozent, gab bis kurz vor Handelsschluss aber wieder nach. Er schloss nach einem kurzen Abstieg in die Minuszone um 0,2 Prozent höher als am Vortag bei 5077 Punkten. Der Euro stieg über 1,42 Dollar. Staatsanleihen weiteten ihre Kursverluste aus. An den Rohstoffmärkten stieg der Ölpreis auf über 70 Dollar je Fass.

„Die Gesamtstimmung ist ziemlich gut“, urteilte Investmentstratege Ralf Grönemeyer von Silvia Quandt Research. „Der Markt profitiert von überraschend guten Frühindikatoren, die auf eine anziehende Konjunktur in der zweiten Jahreshälfte hindeuten.“ Die Hoffnung darauf reiche aus, um die Märkte anzuschieben. Skeptiker verweisen allerdings darauf, dass die Stimmung derzeit besser als die Lage sei. Viele Investoren hätten sich aber nach wie vor noch nicht ausreichend mit Aktien eingedeckt – was für weiter steigende Kurse spricht.

Die Titel der Deutschen Bank konkurrierten mit den Aktien der Deutschen Post und BMW um die Führungsposition im Leitindex. Während sich die Finanztitel zuletzt um 2,4 Prozent verteuerten, legten die Post-Aktien um 2,9 Prozent zu. Der BMW-Kurs stieg um 3,3 Prozent. Im Fall der Deutschen Bank verwiesen Börsianer auf die guten US-Vorgaben. Steigende Finanztitel waren am Vortag eine der Stützen für den Markt gewesen. Zudem gab es eine positive Studie der ING zur Aktie der Deutschen Bank. „Banken, die wegen der Krise Konkurrenten geschluckt haben, können deren notleidende Kredite in den Büchern massiv abschreiben“, erläuterte ein Händler die positive Stimmung in Übersee. „Die Zinsen auf die Darlehen können sie dann aber einstreichen und damit ordentlich Gewinn machen.“ Das gelte etwa für die Übernahme von Washington Mutual durch JP Morgan.

Infineon-Aktien kletterten um 3,9 Prozent. Marktteilnehmer verwiesen auf einen Kommentar des Chefs der russischen Sistema zu einer möglichen Kooperation zwischen Infineon und der Sistema-Tochter Sitronics.

Am Rentenmarkt fiel die durchschnittliche Rendite der Bundeswertpapiere auf 3,23 (Vortag: 3,24) Prozent. Der Rentenindex Rex fiel um 0,31 Prozent auf 120,81 Punkte. Der Bund Future verlor 0,25 Prozent auf 119,53 Punkte. Der Kurs des Euro stieg: Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte ihn auf 1,4177 (Donnerstag: 1,4095) US-Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,7054 (0,7095) Euro. Tsp

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