So war der Tag : In Lauerstellung

Ohne entscheidend neue Impulse haben sich die deutschen Aktienindizes am Freitag uneinheitlich entwickelt. Der Dax pendelte um seinen Schlussstand vom Vortag und ging nahezu unverändert (minus 0,1 Prozent) bei 5711 Punkten aus dem Handel.

Der M-Dax mittelgroßer Werte legte hingegen um 0,8 Prozent auf 7534 Zähler zu, der Tec-Dax um 0,4 Prozent auf 760 Punkte. Der Dax hatte im Verlauf zeitweise einen neuen Anlauf auf sein Jahreshoch gestartet, drehte aber darunter wieder ab.

Für etwas Enttäuschung sorgte der überraschende Rückgang der deutschen Exporte im August. „Das ist aber nur eine Pause und nicht der Beginn einer Stagnationsphase. In den kommenden Monaten wird es wieder nach oben gehen“, kommentierte Volkswirt Dirk Schumacher von Goldman Sachs.

„Es gibt derzeit keine neuen Impulse, die den Markt entscheidend nach oben oder unten bewegen könnten“, sagte Fondsmanager Thilo Müller von MB Fund Advisory. Vor dem Wochenende würden daher Gewinne mitgenommen. Der Markt liege in Lauerstellung. „Bei den institutionellen Anlegern sind im Moment kaum Umgewichtungen zu sehen. Sie halten auf diesem Niveau die Füße still“, sagte ein Händler. Dies könnte sich in der kommenden Woche ändern, wenn die Berichtssaison in den USA in Fahrt kommt. Vor allem die US-Banken, die in den vergangenen Monaten den Takt an den weltweiten Aktienmärkten vorgegeben haben, werden mit ihren Bilanzen im Fokus stehen. Mit Spannung erwartet werden vor allem die Quartalszahlen großer US-Banken, darunter JP Morgan, Citigroup und Goldman Sachs. Auf Geschäftsberichte deutscher Schwergewichte müssen Anleger noch warten.

Rohstoffwerte zählten nach den jüngsten Gewinnen in dem Sektor am Freitag zu den größten Verlierern im Dax. Unter den Stahlwerten verbilligten sich Salzgitter um 1,4 Prozent. Thyssen-Krupp-Titel stabilisierten sich im Verlauf und büßten zuletzt nur noch 0,3 Prozent ein. Auch die Versorger standen im Minus, wobei RWE-Papiere 0,4 Prozent einbüßten. Die Aktien von K+S rutschten um 1,4 Prozent ans Dax-Ende. Belastend wirkten Sorgen über fallende Kali-Preise. An der Dax-Spitze standen dagegen die Aktien der Deutschen Börse mit plus ein Prozent. Händlern zufolge wirkt eine Studie vom Vortag noch weiter positiv nach. Titel der Munich Re stiegen um 0,8 Prozent.

Am Rentenmarkt stieg die durchschnittliche Rendite börsennotierter Bundeswertpapiere auf 2,95 (Vortag: 2,91) Prozent. Der Rentenindex sank um 0,18 Prozent auf 122,94 Punkte. Der Bund Future fiel um 0,08 Prozent auf 122,77 Punkte. Der Referenzkurs des Euro sank. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte ihn auf 1,4750 (1,4763) Dollar. Der Dollar kostete damit 0,6780 (0,6774) Euro. Tsp

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