So war der Tag : Knapp verpasst

Zu Anfang stand die große Frage: Wird der deutsche Aktienindex Dax am Dienstag die Marke von 6000 Punkten reißen? Es begann hoffnungsvoll – doch als am Nachmittag enttäuschende Konjunkturdaten aus den USA kamen, wich die Hoffnung schnell der Ernüchterung. Bis Handelsschluss notierte der Index bei 5945 Punkten, 0,3 Prozent mehr als am Montag. Noch am Morgen hatte es ein 15-Monats-Hoch bei 5964 Zählern gegeben. Der M-Dax mittelgroßer Werte erreichte 7471 Punkte (plus 0,2 Prozent), der techniklastige Tec-Dax notierte bei 812 Punkten (minus 0,7 Prozent). Börsianer sehen dennoch die psychologisch wichtige Marke von 6000 Punkten weiter in Reichweite. „Die Jahresendrally läuft und es hält niemand dagegen“, sagte ein Händler.

Das Bruttoinlandsprodukt der USA war im dritten Quartal um 2,2 Prozent gewachsen, weniger stark als erwartet. Kaum eine Rolle spielte die erneute Herabstufung griechischer Staatsanleihen, dieses Mal durch die Ratingagentur Moody''s. „Das sollte nach Fitch und S&P alles eingepreist sein“, sagte ein Händler. Moody''s hat die Kreditwürdigkeit Griechenlands von A1 auf A2 heruntergestuft. Einige Marktteilnehmer hatten Rentenhändlern zufolge auf eine deutlichere Herabstufung spekuliert.

An der Dax-Spitze standen Infineon-Aktien mit einem Plus von 3,6 Prozent auf 3,85 Euro. Der notorisch defizitäre Halbleiterhersteller hob seine Geschäftsprognose für sein laufendes erstes Quartal an. „Eine Prognoseanhebung ist immer positiv, bei Infineon aber etwas ganz Besonderes“, sagte ein Händler.

Wie am Vortag waren die Aktien der Stahlkonzerne Salzgitter und Thyssen-Krupp gefragt, nachdem Branchenvertreter sich für 2010 positiv geäußert hatten. Salzgitter verteuerte sich um 1,1 Prozent, Thyssen-Krupp um 0,1 Prozent. Gefragt waren zudem Schwergewichte wie Allianz, Eon und Siemens. Zu den größten Dax-Gewinnern zählten an ihrem letzten Tag im Leitindex VW-Stammaktien mit einem Plus von 1,6 Prozent. Die Vorzüge, die ab Mittwoch die Stämme ersetzen, legten ein Prozent zu.

Auf der Verliererseite standen weitgehend Werte aus der Pharma- und Konsumgüterbranche. Da die Unternehmen im Vergleich etwa zu Industrietiteln als weniger konjunkturanfällig gelten, werden sie von Anlegern meist in schwachen Marktphasen bevorzugt und bei einem Anziehen des Gesamtmarktes verkauft.

Am Rentenmarkt stieg die durchschnittliche Rendite der börsennotierten Bundeswertpapiere auf 2,89 (Vortag: 2,82) Prozent. Der Rentenindex Rex sank um 0,19 Prozent auf 124,48 Punkte. Der Bund Future verlor 0,38 Prozent auf 122,57 Punkte. Der Referenzkurs des Euro fiel. Die Europäische Zentralbank setzte ihn auf 1,4279 (Montag: 1,4368) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,7003 (0,6960) Euro.

Kurse, Charts und Watchlisten finden Sie auch auf unseren Internetseiten unter

www.tagesspiegel.de/finanzen

0 Kommentare

Neuester Kommentar