So war der Tag : Kurspflege zum Jahresende

Mit leichten Kursverlusten ist der deutsche Aktienmarkt am Dienstag in die Weihnachtspause gegangen. In einem ruhigen Handel rutschte der Dax kurz vor Börsenschluss ins Minus. Er schloss um 0,21 Prozent schwächer bei 4629 Punkten. Der M-Dax mittelgroßer Werte stieg um 0,8 Prozent auf 5337 Punkte. Auch der techniklastige Tec-Dax arbeitete sich um 1,5 Prozent auf 486 Punkte nach oben.

Gestützt wurde die Börse durch das überraschend starke US-Verbrauchervertrauen. Der von Anlegern und Volkswirten stark beachtete Index gilt als wichtiges Konjunkturbarometer. Dass die US-Wirtschaft im dritten Quartal laut Handelsministerium um 0,5 Prozent geschrumpft ist, war erwartet worden und blieb daher ohne Börsenecho.

Marktbeherrschende Themen in Deutschland habe es am Dienstag nicht gegeben, meinte ein Händler. „Wir sehen hier nur noch Nachfrage von einigen privaten Kunden, die die Abgeltungssteuer vermeiden wollen“, erklärte ein anderer. Für alle ab Januar gekauften Aktien werden 25 Prozent Steuern auf Kursgewinne fällig, die sich mit einem Kauf noch in diesem Jahr umgehen lassen. Börsianern zufolge betrieben zudem institutionelle Investoren etwas Kurspflege, um die verheerende Börsenbilanz dieses Jahres ein wenig aufzupolieren. Viel zu retten gibt es aber nicht: Der Dax hat seit Jahresbeginn gut 40 Prozent verloren.

An der Dax-Spitze standen am Dienstag mit dem Chiphersteller Infineon (plus 15 Prozent) und der Postbank (plus zehn Prozent) einige der Verlierer dieses Jahres. Händler verwiesen auf Käufe vor dem Jahresende, nachdem Aktien der Finanzwerte im Allgemeinen und der Postbank im Speziellen zu den schwächsten Werten 2008 zählten. Im Jahresverlauf hatten die Aktien der landesgrößten Filialbank 80 Prozent an Wert verloren. Noch schlechter waren Infineon-Papiere mit einem Minus von 90 Prozent. Einziger Gewinner im Dax ist 2008 die VW-Aktie, mit einem Anstieg von gut 70 Prozent.

Im M-Dax waren gestern die Titel des Bezahlfernsehsenders Premiere nach Ankündigung einer Kapitalerhöhung mit minus elf Prozent das Schlusslicht. Das habe ein bisschen Fantasie in die TV-Branche gebracht, meinte ein Händler als Kommentar zum Kursanstieg von 14 Prozent bei Pro Sieben Sat 1.

Der Euro näherte sich am Dienstag der Marke von 1,40 Dollar an. Den Referenzwert legte die Europäische Zentralbank (EZB) am Dienstag auf 1,3978 (Vortag: 1,3970) Dollar fest. Der Dollar kostete 0,7154 (0,7158) Euro. Am Rentenmarkt fiel die durchschnittliche Umlaufrendite der börsennotierten Bundeswertpapiere auf 2,87 (2,92) Prozent. Der Rentenindex Rex kletterte um 0,11 Prozent auf 122,33 Punkte. Der Bund Future gewann 0,09 Prozent auf 124,99 Zähler. Tsp

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