So war der Tag : Kurz vor dem Jahreshoch

Überraschend positive US-Arbeitsmarktdaten haben Anleger am Freitag zum Wiedereinstieg in den Markt ermutigt. Der Dax machte seine anfänglichen Verluste wett und näherte sich bis auf 29 Punkte seinem bisherigen Jahreshoch von 5888 Punkten.

Bei Handelsschluss lag er bei 5817 Zählern (plus 0,8 Prozent). „Die Zahlen sind eine positive Überraschung“, sagte HSBC-Analyst Thomas Amend. „Offenbar wurden vor allem im Dienstleistungssektor Stellen geschaffen. Erfreulich ist außerdem, dass die Arbeitslosenquote erstmals seit Monaten wieder gesunken ist.“ Das lasse auf den Konsum hoffen, der als Hauptstütze der US-Konjunktur gilt. Amend warnte aber vor Euphorie: „Schließlich ist das nur die Zahl für einen Monat. Außerdem ist noch unklar, ob Sonderfaktoren hier eine Rolle spielen.“ Im November wurden außerhalb der US-Landwirtschaft 11 000 Stellen abgebaut. Analysten hatten im Schnitt mit einem mehr als zehnmal so hohen Wert gerechnet. Dank der verbesserten Marktstimmung hoffen Börsianer wieder stärker auf eine Jahresendrallye.

Zu den größten Gewinnern zählten vorübergehend die Stammaktien von Volkswagen. Sie bleiben vorerst in der ersten Börsenliga. „Einige hatten gehofft, dass bei der Index-Entscheidung beschlossen wird, dass die Vorzüge für die VW-Stämme in den Dax aufrücken“, sagte ein Händler. Für Analysten bleiben die Vorzugsaktien des Wolfsburger Autobauers aber ein heißer Aufstiegskandidat. Es sei nur eine Frage der Zeit, wann die Stämme ihren Platz wegen eines zu geringen Streubesitzes räumen müssen. Die Stämme schlossen um 0,2 Prozent niedriger, VW- Vorzüge verloren zeitweise knapp vier Prozent, retteten sich im Fahrwasser der Markterholung aber ins Plus und notierten 1,3 Prozent höher. Die Deutsche Börse hatte am Vorabend nur beschlossen, dass im Kleinwerte-Index S-Dax der Fondsanbieter MPC durch den IT-Dienstleister Teleplan ersetzt wird.

Im Technologie-Index Tec-Dax zogen die Papiere von Roth & Rau kräftig an und verteuerten sich um 6,3 Prozent. „Angeblich will Siemens 38 Euro je Aktie zahlen“, sagte ein Börsianer. Er bezweifle allerdings, dass an dem Gerücht etwas dran sei. Seit der Übernahme von Aleo Solar durch Bosch im vergangenen Sommer wurde am Markt mehrfach über Übernahmen in der Solarbranche spekuliert.

Am deutschen Rentenmarkt sank die Umlaufrendite auf 2,88 (Vortag: 2,92) Prozent. Der Rentenindex stieg um 0,16 Prozent auf 124,25 Punkte, während der Bund Future um 0,55 Prozent auf 122,68 Punkte fiel. Der Kurs des Euro fiel kräftig und sank zuletzt wieder unter 1,50 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,5068 (Donnerstag: 1,5120) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,6637 (0,6614) Euro. Tsp

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