So war der Tag : Rückschlag für den Dax

Trotz einer deutlichen Steigerung der Produktivität der US-Wirtschaft ist der Dax am Dienstag auf Talfahrt gegangen. Der deutsche Leitindex baute seine Kursverluste deutlich aus und lag zum Handelsschluss 2,4 Prozent tiefer bei 5285 Punkten. „Es gibt Befürchtungen wegen der stark rückläufigen Lohnstückkosten. Das ist nicht gut für den US-Konsum“, sagte ein Händler. Nach vorläufigen Berechnungen ist die US-Produktivität aufgrund des hartes Sparkurses vieler Unternehmen zuletzt auf das Jahr hochgerechnet um 6,4 Prozent gestiegen – der stärkste Zuwachs seit dem dritten Quartal 2003. Weil viele Amerikaner ihren Job verloren haben, fürchten Volkswirte und Börsianer Auswirkungen auf den privaten Konsum, der zwei Drittel der US-Wirtschaftsleistung ausmacht. Seit Beginn der Rezession im Dezember 2007 sind insgesamt 6,7 Millionen Arbeitsplätze in den USA verschwunden.

Am Devisenmarkt hielten sich Anleger kurz vor Beginn der Zinssitzung der US-Notenbank Fed ebenfalls zurück. Zu groß sei die Unsicherheit, ob die Fed ihre alternativen geldpolitischen Maßnahmen noch einmal ausweitet oder aber auslaufen lässt, schrieben die Analysten der Commerzbank am Dienstag in einem Marktkommentar.

Am Aktienmarkt machten Anleger nach den starken Kursgewinnen der Vortage im Handelsverlauf Kasse. Alle 30 Dax-Werte lagen zum Handelsschluss im Minus. Einer der größten Verlierer waren die Aktien des Stahlkonzerns Thyssen-Krupp mit einem Minus von 4,6 Prozent. „Technisch betrachtet ist der Aufwärtskanal angekratzt. In so einer Situation streichen Anleger häufig Gewinne ein“, sagte ein Händler. Seit Mitte Juli hatten die Papiere rund ein Drittel an Wert gewonnen. Auf der Verliererseite im Dax standen auch die Papiere des Chemie- und Pharmakonzerns Bayer, die vier Prozent einbüßten. Das Unternehmen hatte Gerüchte um eine angebliche Kapitalerhöhung dementiert.

Am besten schnitt im Dax die Linde-Aktie mit einem kleinen Minus von 0,1 Prozent ab. Nach der Bekanntgabe eines kräftigen Zuwachses bei den Passagierzahlen im Juli konnten Lufthansa-Titel ihre Verluste zunächst eingegrenzen. Später rutschte aber der Kurs ebenfalls um drei Prozent ab. Die Analysten der WestLB werteten die Verkehrszahlen als Zeichen einer leichten Stabilisierung im Vergleich zu den Vormonaten.

Am Rentenmarkt verharrte die Umlaufrendite auf dem Vortagswert von 3,24 Prozent. Der Bund Future gewann 0,17 Prozent auf 120,55 Punkte. Der Rentenindex Rex sank um 0,23 Prozent auf 121,34 Punkte. Der Referenzkurs des Euro fiel. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte ihn auf 1,4166 (Montag: 1,4202) US-Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,7059 (0,7041) Euro. Tsp

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