So war der Tag : Ruhe vor dem Stresstest

Überraschend positive US-Arbeitsmarktdaten aus dem Privatsektor haben dem deutschen Aktienmarkt am Mittwoch weiter Auftrieb gegeben.

Überraschend positive US-Arbeitsmarktdaten aus dem Privatsektor haben dem deutschen Aktienmarkt am Mittwoch weiter Auftrieb gegeben. Der Leitindex Dax übersprang zeitweise wieder die Marke von 4900 Punkten. Bei Handelsschluss lag er wieder darunter bei 4880 Zählern. Das waren aber noch 0,6 Prozent mehr als der Schlussstand vom Dienstag. Der M-Dax stieg um zwei Prozent auf 5908 Zähler. Der Tec-Dax rückte um 0,8 Prozent auf 631 Zähler vor.

Nachdem die vom US-Arbeitsmarktdienstleister Automatic Data Processing (ADP) veröffentlichten April-Zahlen zur Beschäftigung im privaten Sektor besser als erwartet ausgefallen waren, habe dies neue Kaufimpulse ausgelöst, hieß es am Markt. Erneut seien vor allem Käufe von Investoren zu beobachten, die bislang der Marktentwicklung nur zugesehen hätten, darunter zahlreiche ausländische Adressen. Aber: „Es ist sehr ruhig am Markt, die Umsätze sind dünn“, sagte Händler Stefan Söllner von der Postbank. „Der zentrale Blick geht in Richtung Stresstest, der am Donnerstagabend veröffentlicht wird“, sagte er und verwies auf die Unsicherheit, seitdem spekuliert wird, dass mehrere US-Banken offenbar deutlich mehr frisches Kapital benötigen, als bislang befürchtet worden war.

Einzelwerte standen vor allem nach Quartalsberichten im Blick der Anleger. So meldete etwa der Autohersteller BMW einen Verlust für das erste Quartal, der aber geringer als erwartet ausfiel. Dies ließ die Aktie zuletzt um 2,6 Prozent steigen. Um 4,1 Prozent legten die Henkel-Titel nach dem Quartalsbericht des Düsseldorfer Konsumgüter-Herstellers zu. Die Titel der Münchener Rück stiegen um 3,6 Prozent. Der weltgrößte Rückversicherer verzeichnete wegen der Finanzkrise zum Jahresstart einen überraschend starken Gewinneinbruch und wagt weiterhin keine Prognose für das Gesamtjahr. Größere Übernahmen seien für die nächste Zeit nicht geplant, hieß es zudem. Die Deutsche Post meldete einen Umsatzeinbruch in den ersten drei Monaten des Jahres, sieht aber die Talsohle der Volumenrückgänge erreicht. Nachdem die Post bereits am 21. April vorläufige Zahlen gemeldet hatte, seien Überraschungen ausgeblieben, urteilten Analysten. Die Post-Aktie legte im positiven Marktumfeld um 2,2 Prozent zu.

Am Rentenmarkt fiel die durchschnittliche Rendite der börsennotierten Bundeswertpapiere auf 3,03 (Vortag: 3,04) Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,08 Prozent auf 122,42 Punkte. Der Bund Future sank um 0,46 Prozent auf 121,79 Punkte. Der Kurs des Euro fiel. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,3322 (Dienstag: 1,3403) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,7506 (0,7461) Euro. Tsp

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