So war der Tag : Schlechte Zahlen, gute Laune

Hurra, wir leben noch! So ließ sich die Stimmung am deutschen Aktienmarkt am Donnerstag zusammenfassen. Nachdem es zwei Wochen lang fast nur bergab ging, legten viele Werte am Donnerstag kräftig zu. Und das, obwohl gleich mehrere große Unternehmen düstere Zahlen und Prognosen vorlegten.

Der Deutsche Aktienindex Dax stieg um 2,5 Prozent auf 3942 Punkte. Der M-Dax mittelgroßer Werte legte um 2,8 Prozent auf 4673 Zähler zu. Und der Technologieindex Tec-Dax verbesserte sich immerhin um 1,5 Prozent auf 450 Punkte.

Zum Feiern war den Börsianern dennoch nicht zumute. „Das ist nur eine Gegenbewegung. Der Abwärtstrend bleibt intakt“, sagte Burkhard Ziegler, Händler bei der Close Brothers Seydler Bank in Frankfurt am Main. „Kurzfristig kann man das verloren gegangene Vertrauen nicht wieder zurückgewinnen.“ Auch Helaba-Analyst Christian Schmidt gab sich skeptisch: „Die Kräfte für eine nachhaltige Aufwärtskorrektur werden nicht ausreichen“, sagte er.

Mit RWE, BASF und der Allianz präsentierten gleich drei Dax-Unternehmen am Donnerstag ihre Geschäftszahlen für 2008. Hinzu kam die Deutsche Post, die am Mittwochabend nach Börsenschluss einen Milliardenverlust gemeldet hatte. Die Aktionäre straften sie dafür am Donnerstag ab. Mit einem Minus von 5,9 Prozent waren die Post-Aktien die größten Verlierer im Dax.

Erleichtert reagierten die Anleger dagegen auf die Bilanzen von BASF und der Allianz. Die Allianz-Aktie legte trotz eines Verlustes von 2,4 Milliarden Euro um 12,4 Prozent zu. Offenbar hatten die Aktionäre mit Schlimmerem gerechnet. Die Allianz-Zahlen zeigten zudem, dass der Konzern ohne die zum Jahresbeginn abgegebene Ex-Tochter Dresdner Bank auch in der Krise Gewinne erwirtschaften kann, meinten Händler. Im Sog der Allianz legte auch die Aktie des Versicherungskonzerns Münchener Rück um 8,8 Prozent zu.

Bei RWE reagierten die Anleger trotz guter Zahlen mit Aktienverkäufen. Der Kurs gab um 2,5 Prozent nach. Sie hatten einen positiveren Ausblick des Versorgers erhofft. BASF-Aktien profitierten dagegen von der Ankündigung einer stabilen Dividende. Der Kurs stieg um 7,4 Prozent.

Am Rentenmarkt stieg die durchschnittliche Rendite der börsennotierten Bundeswertpapiere auf 2,84 (Vortag: 2,80) Prozent. Der Rentenindex Rex sank um 0,10 Prozent auf 122,27 Punkte. Der Bund Future fiel um 0,93 Prozent auf 124,65 Punkte. Der Kurs des Euro fiel: Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,2782 (Mittwoch: 1,2795) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,7824 (0,7816) Euro. Tsp

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