So war der Tag : Sorgen um US-Arbeitsmarkt

Die schwachen Konjunkturdaten aus den USA belasteten am Donnerstag den deutschen Aktienmarkt.

Nachdem der Leitindex im Tagesverlauf zwischen Gewinnen und Verlusten gependelt hatte, sank er bis zum Handelsschluss um 1,5 Prozent auf 5532 Punkte. Noch stärker gab der M-Dax nach, um zwei Prozent auf 7246 Punkte. Der Tec-Dax büßte 2,7 Prozent auf 777 Zähler ein.

Nach einem schwächeren Start, der wieder einmal von Sorgen über die Kreditwürdigkeit Griechenlands geprägt war, hatten positive Bilanzen von Dax-Konzernen wie BASF, Allianz und Henkel die Stimmung zwischenzeitlich aufgehellt. Dann jedoch gewannen wieder die skeptischen Anleger die Oberhand – insbesondere, nachdem die wöchentlichen US- Arbeitsmarktdaten enttäuschten.

In der Woche zum 20. Februar beantragten 496 000 Menschen erstmals Arbeitslosenhilfe. Experten hatten nur mit 455 000 Anträgen gerechnet. „Wenn man bei den Erstanträgen nahe 500 000 liegt, dann bedeutet dies, dass neue Jobs nur langsam geschaffen werden“, sagte ein Analyst. Mit Spannung warteten die Anleger auf eine weitere Anhörung von Notenbankchef Ben Bernanke im Kongress.

Besser als erwartet gelaufene Geschäfte in Asien und Südamerika sowie ein erfolgreicher Sparkurs ließen bei BASF die Gewinne im vierten Quartal sprudeln. Der Chemiekonzern erwartet nun auch für das laufende Jahr einen „signifikanten Anstieg der Gewinne“. Die Aktie sprang mit einem Plus von 1,1 Prozent auf 41,12 Euro an die Dax-Spitze. Die Aktien der Allianz stiegen nach dem 2009 erzielten Milliardengewinn um 0,1 Prozent auf 82,18 Euro.

Der Konsumgüterhersteller Henkel blickt nach der Vorlage seines Geschäftsberichts für 2009 ebenfalls optimistisch in die Zukunft, was den Wert der Papiere zeitweise bis auf 37,16 Euro steigen ließ. Zuletzt jedoch gaben sie um 0,7 Prozent auf 36,11 Euro nach.

Pessimistischer klangen dagegen die Aussagen von RWE. Der nach Eon zweitgrößte deutsche Energiekonzern senkte nach einer Gewinnsteigerung im abgelaufenen Jahr seine Ziele. Die Aktie büßte 2,6 Prozent auf 61,69 Euro ein. Der Geschäftsbericht der Deutschen Telekom wurde als „durchwachsen“ beurteilt, was der T-Aktie ein Minus von 1,3 Prozent einbrachte. Sie lag am Abend bei 9,40 Euro.

Am Rentenmarkt sank die durchschnittliche Rendite der börsennotierten Bundeswertpapiere auf 2,74 (Vortag 2,78) Prozent. Der Rentenindex Rex kletterte um 0,20 Prozent auf 124,69 Punkte. Der Bund Future stieg zugleich um 0,16 Prozent auf 124,21 Punkte. Der Kurs des Euro fiel. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte ihn auf 1,3489 (Mittwoch: 1,3547) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,7413 (0,7382) Euro.

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