So war der Tag : Tag der Besinnung

Der Dax ist am frühen Mittwochabend tiefer ins Minus gerutscht. Der Ausblick auf schwächer notierende US-Aktien drückte die Stimmung. Der Leitindex Dax notierte bei Handelsschluss in Frankfurt mit 5054 Punkten 1,7 Prozent niedriger. Der M-Dax fiel um 1,9 Prozent auf 5936 Zähler, der Tec-Dax verlor 1,2 Prozent auf 644 Punkte.

Schwache Daten vom US-Arbeitsmarkt verstärkten Händlern zufolge die Gewinnmitnahmen vom Vormittag. So waren in der Privatwirtschaft der USA im Mai 532 000 Stellen abgebaut worden. Das waren deutlich mehr als die 520 000, die von Analysten erwartet worden waren. Zudem revidierte die private Arbeitsagentur ADP die Zahl der abgebauten Stellen für April deutlich nach oben – von zuvor 491 000 auf 545 000. Die offiziellen Arbeitsmarktdaten werden am Freitag veröffentlicht.

„Nachdem der Dax so rasch nach oben gelaufen ist, erleben wir heute nun einen Tag der Zurückhaltung und Besinnung“, sagte Marktstratege Robert Halver von der Baader Bank. „Das ist gesund und kein Grund zur Sorge.“ Zu Wochenbeginn hatte der Dax locker die Marke von 5100 Punkten überwunden.

In den Fokus am deutschen Aktienmarkt rückten vor allem die Arcandor-Aktien, nachdem die Chancen für Staatshilfen an den schwer ins Trudeln gekommenen Handels- und Tourismuskonzern aus dem Milliarden- Notfonds drastisch gesunken sind. Der Bürgschaftsausschuss ließ eine Entscheidung zwar weiterhin offen, doch Bundeswirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg nannte die Absage der EU-Kommission für Arcandor-Hilfen aus dem Fonds eine klare Aussage. Die Titel gaben daher ihre frühen Gewinne wieder komplett ab und notierten zuletzt um 0,5 Prozent niedriger.

Die Aktien der Deutschen Börse zählten nach der Bekanntgabe der Handelsstatistik für Mai zunächst zu den wenigen Favoriten im Dax. Später verlor der Titel 1,7 Prozent. Die Stahlwerte litten ebenfalls unter Gewinnmitnahmen. Die Salzgitter-Aktien wurden zudem von einer Branchenstudie der UBS belastet und büßten am Dax-Ende 5,7 Prozent ein. Zu den Verlierern zählten nach US-Absatzzahlen für Mai alle vier börsennotierten Automobil-Titel. Zudem wurde nach vorangegangenen Kursgewinnen nun teilweise Kasse gemacht. Die Aktien von VW büßten als Schlusslicht unter den Autowerten sechs Prozent ein.

Am Rentenmarkt sank die durchschnittliche Rendite der Bundeswertpapiere auf 3,23 (Vortag: 3,30) Prozent. Der Rentenindex Rex kletterte um 0,13 Prozent auf 121,33 Punkte. Der Bund Future gewann 0,55 Prozent auf 119,66 Punkte. Der Kurs des Euro fiel: Die Europäische Zentralbank setzte den Referenzkurs auf 1,4207 (Dienstag: 1,4238) Dollar fest. Der Dollar kostete 0,7039 (0,7023) Euro. Tsp

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