So war der Tag : US-Arbeitsmarkt drückt Dax

Der Leitindex Dax hat am Donnerstag spürbar unter enttäuschenden US-Arbeitsmarktdaten gelitten und ist wieder unter die Marke von 4800 Punkten gerutscht. Bis zum Handelsschluss büßte er 3,8 Prozent auf 4718 Punkte ein. Der M-Dax gab um 1,9 Prozent auf 5762 Zähler nach. Der Tec-Dax sank um 1,8 Prozent auf 623 Punkte.

„Die insgeheimen Hoffnungen, dass sich die Erholung der Frühindikatoren auch am Arbeitsmarkt positiv bemerkbar machen könnte, haben sich nicht erfüllt“, sagte Marktstratege Christian Schmidt von der Helaba. Die Daten versetzten dem Markt einen Dämpfer, denn die Zahl der Beschäftigten in den USA sank im Juni überraschend deutlich. Damit beschleunigte sich der Beschäftigungsabbau wieder.

Ohne Kursreaktion registrierte der Markt das erwartete Festhalten der Europäischen Zentralbank (EZB) an der bisherigen Leitzinshöhe. EZB-Chef Jean-Claude Trichet bezeichnete die Zinsen in der Eurozone als angemessen. Die Risiken sowohl für die Konjunktur als auch die Inflation seien ausgeglichen. „Zwar konstatierte Trichet, dass sich die Abschwungsdynamik verlangsamte, von einer baldigen Trendwende sprach er jedoch nicht“, bemerkte ein Analyst.

In Deutschland litten insbesondere die Autowerte unter schwachen Absatzzahlen aus Nordamerika im Juni. Bei der Daimler-Pkw- Sparte waren die Verkäufe im Jahresvergleich um mehr als 26 Prozent zurückgegangen, was der Aktie bis zum Handelsschluss ein Minus von 5,5 Prozent einbrachte. Volkswagen-Titel lagen mit minus 7,8 Prozent ganz hinten im Dax. Porsche-Aktien büßten 3,9 Prozent ein, nachdem der Absatz in Nordamerika sogar um mehr als 60 Prozent eingebrochen war.

Ebenfalls hohe Verluste gab es bei den Finanzwerten. Commerzbank-Aktien setzten nach dem Höhenflug des Vortages zu einer Korrektur an und verloren 6,4 Prozent. Deutsche- Bank-Papiere gaben 2,5 Prozent ab. Die Deutsche-Börse-Titel verloren 6,2 Prozent.

Auch Aktien der Deutschen Telekom mussten kräftige Abschläge von 2,2 Prozent verkraften. Nach einem Zeitungsbericht könnte die spanische Telefónica Interesse an T-Mobile UK zeigen und einen Bieterwettstreit um das britische Mobilfunkgeschäft der Telekom auslösen.

Am Rentenmarkt sank die durchschnittliche Rendite der börsennotierten Bundeswertpapiere auf 3,16 (Vortag: 3,18) Prozent. Der Rentenindex Rex fiel um 0,27 Prozent auf 121,90 Punkte. Der Bund Future stieg um 0,29 Prozent auf 121,27 Zähler. Der Kurs des Euro fiel: Die Europäische Zentralbank setzte den Referenzkurs auf 1,4049 (Mittwoch: 1,4096) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,7118 (0,7094) Euro.

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