So war der Tag : US-Gesundheitsreform hilft

Erleichterung über das Ende des Streits um die Gesundheitsreform in den USA hat am Montag die Kurse an der Wall Street und damit auch in Europa steigen lassen. Der Dax, der vor Eröffnung der US-Börsen noch bis zu 1,2 Prozent auf 5910 Punkte gefallen war, zog deutlich an und notierte zum Handelsschluss mit 5987 Punkten 0,1 Prozent über dem Freitagsschluss. Der M-Dax legte ebenfalls leicht zu, er stieg um 0,2 Prozent auf 7975 Punkte. Der Tec-Dax fiel um 0,4 Prozent auf 816 Punkte. Die meisten europäischen Indizes holten ähnlich wie der Dax ihre Vormittagsverluste auf. In New York stiegen in den ersten Handelsminuten Dow-Jones-Index und S &P 500 nach einer schwächeren Eröffnung.

Aktienhändler sagten am Montag, die Verabschiedung der Gesundheitsreform durch das US-Repräsentantenhaus habe nach vielen Monaten endlich Klarheit gebracht. Analysten gehen davon aus, dass die Reform die Gewinne im Gesundheitssektor schmälern könnte. Es sei aber vieles schon in den Kursen vorweggenommen worden. Andere Stimmen hoben am Montag hervor, besonders Klinikbetreiber und Dienstleister könnten aber von steigenden Patientenzahlen profitieren. Durch den Umbau des Gesundheitssystems sollen künftig 32 Millionen Amerikaner eine Krankenversicherung erhalten, die bisher keinen Schutz haben. Dadurch würde der ohnehin weltgrößte Absatzmarkt für die Arzneimittelbranche deutlich wachsen.

In Deutschland könnte sich die Reform nach Einschätzung von Unicredit besonders für den Gesundheitskonzern Fresenius positiv auswirken. Da die Fresenius-Tochter Kabi in den USA im Geschäft mit intravenös verabreichten Nachahmerarzneien tätig ist, bedeuteten mehr Krankenversicherte auch mehr Patienten. Fresenius-Papiere legten gegen den Markttrend 0,1 Prozent zu. Die Aktie der Dialysetochter FMC, die einen Großteil ihres Geschäfts in Nordamerika macht, gewann an der Dax-Spitze mehr als 3,2 Prozent. Kaum Bewegung gab es dagegen bei den Aktien deutscher Arzneimittelhersteller. Bayer-Aktien büßten 0,3 Prozent ein, während Merck-Papiere 0,1 Prozent zulegten. Neben besonders schwachen Banken- und Stahltiteln gaben Daimler-Aktien zeitweise 1,3 Prozent ab. Börsianer verwiesen auf einen Bericht, wonach Aabar Investments als größter Aktionär seine Aufstockungspläne auf Eis gelegt habe.

Am Rentenmarkt fiel die durchschnittliche Rendite börsennotierter Bundeswertpapiere auf 2,74 (Vortag 2,75) Prozent. Der Rentenindex Rex sank um 0,01 Prozent auf 124,93 Punkte. Der Bund Future stieg um 0,36 Prozent auf 123,63 Punkte. Der Referenzkurs des Euro fiel. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte ihn auf 1,3471 (1,3548) Dollar fest. Der Dollar kostete 0,7423 (0,7381) Euro. Tsp

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