So war der Tag : US-Konjunktur drückt Dax

Mit Enttäuschung aufgenommene US-Konjunkturdaten haben den deutschen Aktienindex Dax am Donnerstag ins Minus gedrückt. Er büßte 0,4 Prozent auf 5301 Punkte ein, nachdem er zuvor um bis zu 0,8 Prozent zugelegt hatte.

„Nach dem positiven Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe hatten die Märkte auf ein noch besseres Ergebnis gehofft“, sagte HSBC-Volkswirt Rainer Sartoris. Insgesamt untermauere der Anstieg des Einkaufsmanagerindex für den Dienstleistungssektor auf 48,4 Punkte das Bild von einer sich stabilisierenden US-Konjunktur. Auch die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe sank in den USA in der vergangenen Woche nicht so deutlich wie erwartet. „Die Arbeitsmarktdaten aus den USA haben dem Dax einen Dämpfer versetzt“, sagte Aktienstratege Stefan de Schutter von Alpha Wertpapierhandel. Ansonsten sei an der Börse nicht viel los, das Handelsvolumen gering. Daran konnte auch die Zinsentscheidung der EZB nichts ändern. Die Europäische Zentralbank hatte ihren Leitzins wie von Ökonomen erwartet unverändert bei 1,0 Prozent gelassen. Der M-Dax der mittelgroßen Werte rückte um 1,9 Prozent auf 6650 Punkte vor. Der Tec-Dax gewann zum gleichen Zeitpunkt 1,7 Prozent auf 686 Zähler.

Aktien von Thyssen Krupp stiegen angesichts weiterer Sparbemühungen des Stahlkochers um zeitweise plus 3,6 Prozent an die Dax-Spitze. Aktienhändler verwiesen auf einen Pressebericht, demzufolge Thyssen Krupp tausende Stellen streichen will. Angesichts der für den kommenden Freitag einberufenen Pressekonferenz seien bei dem Industriekonzern radikalere Kostensenkungsmaßnahmen als bisher erwartet sehr gut möglich. Die Aktien des Branchenkollegen Salzgitter, die tags zuvor mehr als vier Prozent eingebüßt hatten, schlossen sich an und stiegen um drei Prozent. Belastet von einem negativen Analystenkommentar, sackten die Aktien von BASF aber mit minus 3,7 Prozent ans Dax-Ende. Schlechter waren nur noch erneut Volkswagen-Stammaktien, die 4,2 Prozent verloren. Im Tec-Dax konnten Solarwerte weiter zulegen. SMA Technology gewannen zeitweise 4,7 Prozent, Singulus legten ebenfalls 4,7 Prozent zu. Solarworld erreichte ein Plus von 2,7 Prozent, Q-Cells von rund drei Prozent.

Am Rentenmarkt stieg die durchschnittliche Rendite der börsennotierten Bundeswertpapiere auf 3,02 (Vortag: 2,98) Prozent. Der Rentenindex Rex sank um 0,02 Prozent auf 122,73 Punkte. Der Bund Future fiel um 0,13 Prozent auf 122,74 Punkte. Der Kurs des Euro stieg: Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,4335 (Mittwoch: 1,4220) US-Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,6976 (0,7032) Euro. Tsp

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