So war der Tag : US-Regierung weckt Vertrauen

Die Ankündigung weiterer Staatshilfen für die krisengeschüttelten US-Banken hat am Montag auch den deutschen Aktienmarkt beflügelt.

Der Dax legte bis zum Handelsschluss um 2,7 Prozent auf 4176 Punkte zu und erreichte damit wieder das Niveau von vor einem Monat. Gefragt bei Investoren waren insbesondere Finanzwerte – der europäische Branchenindex legte mehr als sieben Prozent zu. Die New Yorker Aktienbörse reagierte auf den neuen Bankenrettungsplan der US-Regierung mit einem regelrechten Kursfeuerwerk. Der Dow-Jones-Index für 30 Industriewerte schoss nach am Montag um 6,8 Prozent in die Höhe und schloss bei 7775 Zählern. Der Index der Technologiebörse Nasdaq gewann ebenfalls 6,8 Prozent hinzu auf 1555 Zähler.

Das Programm von US-Finanzminister Timothy Geithner zum Ankauf fauler Wertpapiere könnte zum Ende der Vertrauenskrise beitragen, sagten Börsianer. „Erst wenn die Banken in der Lage sind, die Krediteinschränkungen zu lockern, werden sich die Maßnahmen der Zentralbanken und Regierungen rund um die Welt in Form von verstärkter Darlehens- und Kredittätigkeit auszahlen“, sagte Schroders-Chefvolkswirt Keith Wade.

Im Dax hoben Commerzbank 9,5 Prozent, Deutsche Bank legten 8,5 Prozent und Allianz 5,6 Prozent zu. Bankenanalyst Konrad Becker von Merck Finck erklärte, Investoren hofften nun darauf, dass die Banken von Problem-Papieren befreit würden und einander wieder vertrauten. Postbank-Titel verteuerten sich an ihrem ersten Tag im M-Dax um 7,8 Prozent. Im S-Dax legten Aareal-Papiere 18,8 Prozent zu. „Es ist aber noch zu früh, von einer Trendwende zu sprechen, dafür stehen noch zu viele schlechte Nachrichten an“, warnte ein Händler mit Blick auf die im April beginnende Berichtssaison.

Daimler-Aktien schossen nach dem Einstieg der arabischen Investmentfirma Aabar bis zu 8,3 Prozent nach oben. Allerdings schmolz das Plus auf 1,4 Prozent zusammen. Zwischenzeitlich rutschte die Aktie ins Minus. „Erst gab es die große Euphorie, dann verflogen die Übernahmespekulationen wieder. Daimler hat jetzt einen weiteren Großaktionär und braucht keine zusätzliche Unterstützung etwa durch eine Überkreuzbeteiligung mit BMW“, sagte ein Börsianer. Börsianern zufolge stieß Anlegern auf, dass der Investor mit 20,27 Euro je Aktie weniger als den aktuellen Kurs (21,64 Euro) zahlt.

Am Rentenmarkt sank die Umlaufrendite auf 2,87 (Freitag: 2,88) Prozent. Der Rex gab um 0,12 Prozent auf 122,74 Punkte nach. Der Bund Future verlor 0,12 Prozent auf 124,45 Punkte. Der Kurs des Euro stieg. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,3558 (1,3549) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,7376 (0,7381) Euro. Tsp

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