So war der Tag : Versorger unter Druck

Starke Kursverluste in China haben am Montag den deutschen Aktienmarkt belastet. Bis zum späten Nachmittag fiel der Leitindex Dax in einem sehr ruhigen Geschäft um knapp ein Prozent auf 5464 Zähler, nachdem er zwischenzeitlich auf 5438 Punkte gefallen war. Der M-Dax büßte 1,9 Prozent auf 6722 Punkte ein. Der Tec-Dax sank um 0,7 Prozent auf 700 Zähler.

„Der Markt leidet vor allem unter dem kräftigen Kurseinbruch in China, aber er hält sich dennoch erstaunlich stabil“, sagte Händler Stefan Söllner von der Postbank. Die Börse in Schanghai hatte mit einem knapp siebenprozentigen Verlust geschlossen. Die Verluste gingen Experten zufolge auf Konjunktursorgen Asien betreffend zurück – während die Märkte die USA und Europa schon auf Erholungskurs sehen.

Am deutschen Markt büßte die Aktie der Deutschen Post als einer der schwächsten Dax-Werte 1,8 Prozent auf 12,04 Euro ein – die Diskussion um Brieflaufzeiten und mögliche Streiks verschreckte die Anleger. Dass Deutschlands zweitgrößter Pharmakonzern Boehringer Ingelheim sich Hoffnungen auf Milliardenumsätze mit dem Medikament Pradaxa gegen Schlaganfälle bei Herzrhythmusstörungen machen darf, interessierte auch die Aktionäre von Bayer. Pradaxa sei in der gleichen Klasse angesiedelt wie das Bayer-Mittel Xarelto, begründete ein Händler den Zusammenhang. Die Einschätzungen am Markt zu Bayer waren diesbezüglich jedoch geteilt. So wird zum einen mit zusätzlichem Wettbewerb für Bayers Xarelto gerechnet, zum anderen werden die Ergebnisse grundsätzlich positiv auch für Bayer gesehen. Die Aktie verlor 0,3 Prozent.

Schlechte Karten hatten zudem die Aktien von Energieversorgern nach den Ergebnissen der drei Landtagswahlen vom Sonntag in Thüringen, Sachsen und dem Saarland. „Dass die CDU so abgestraft wurde, bringt Unsicherheit in den Markt“, sagte ein Händler. „Damit sinken die Chancen für eine schwarz-gelbe Koalition im Bund, und das wiederum macht eine Verlängerung der Laufzeiten der Atomkraftwerke eher weniger wahrscheinlich“, hieß es. Somit fielen die Aktien der Dax-Schwergewichte Eon und RWE zeitweise um mehr als eineinhalb Prozent. In der Hoffnung auf eine Laufzeit-Verlängerung für die Kraftwerke hatten sie in den vergangenen beiden Wochen jeweils mehr als zehn Prozent zugelegt.

Am deutschen Rentenmarkt sank die durchschnittliche Rendite der börsennotierten Bundeswertpapiere auf 3,01 (Vortag: 3,04) Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,18 Prozent auf 122,50 Punkte, der Bund Future um 0,10 Prozent auf 122,75 Punkte. Der Kurs des Euro fiel. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,4272 (Freitag: 1,4364) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,7007 (0,6962) Euro. Tsp

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