So war der Tag : VW bremst den Dax aus

Der überraschende Rückgang des US- Verbrauchervertrauens und ein Kurseinbruch der Volkswagen- Aktien haben den Dax am Freitag kräftig ins Minus gedrückt. Er verlor bis zum Handelsschluss 1,7 Prozent auf 5309 Punkte. Rund die Hälfte davon ging auf das Konto von VW. Hier kam die Einigung zur Übernahme von Porsche bei Investoren nicht gut an. Am Nachmittag beschleunigte sich der Kursrutsch, die VW-Stammaktien lagen zeitweise 27 Prozent im Minus. Nach Einschätzung von Börsianern hatte der Absturz seinen Ursprung in Spekulationen auf eine Auflösung der von Porsche gehaltenen Optionen auf VW-Aktien.

Der M-Dax der mittelgroßen Werte legte um 0,3 Prozent auf 6529 Punkte zu. Der technologieorientierte Tec-Dax gewann 0,5 Prozent auf 701 Zähler.

„Nach den positiven Daten der vergangenen Tage ist der Rückgang des Verbrauchervertrauens eine ganz klare Enttäuschung,“ sagte ein Börsianer. „Einige Anleger nehmen daher erst einmal Gewinne mit. Das war überfällig. Schließlich darf man nicht vergessen, dass der Dax in den vergangenen Wochen knapp 1000 Punkte zugelegt hat.“ Der in Zusammenarbeit mit Reuters von der Uni Michigan ermittelte Konjunkturbarometer für August war auf 63,2 Punkte gefallen. Analysten hatten dagegen mit einem Anstieg auf 68,5 Zähler von 66,0 Stellen im Vormonat gerechnet.

Hauptgesprächsthema auf dem Parkett waren die Konditionen der Übernahme von Porsche durch Volkswagen. Zum einen liege die Bewertung von Porsche mit 12,4 Milliarden Euro deutlich über den Markterwartungen, sagten Börsianer. Zum anderen stellten sich Anleger angesichts der Einigung mit dem Emirat Katar die Frage, zu welchem Preis das Emirat die VW-Optionen von Porsche übernehmen werde. Die Stammaktien des Wolfsburger VW-Konzerns lagen am Abend noch 15,6 Prozent im Minus, die Vorzüge gaben 5,8 Prozent nach. Porsche-Papiere stiegen dagegen um 8,7 Prozent.

Zu den größten Gewinnern im Dax gehörten die Papiere von Thyssen-Krupp. Nach dem Bericht zum dritten Geschäftsquartal gewannen sie 2,1 Prozent. Einige Börsianer erklärten, die Zahlen von Deutschlands größtem Stahlkocher seien bei genauerem Hinsehen gar nicht so schlecht.

Am deutschen Rentenmarkt fiel die durchschnittliche Rendite der börsennotierten Bundeswertpapiere auf 3,13 (Vortag: 3,22) Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,27 Prozent auf 121,85 Punkte. Der Bund Future stieg um 0,41 Prozent auf 121,36 Punkte. Der Kurs des Euro stieg leicht. Die Europäische Zentralbank setzte den Referenzkurs auf 1,4294 (Donnerstag: 1,4293) US-Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,69959 (0,69964) Euro. Tsp

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