So war der Tag : Wachsende Zweifel

Die Skepsis über den Geschäftsverlauf der Unternehmen im abgelaufenen Quartal hat am Montag die Kurse am deutschen Aktienmarkt belastet.

Der Dax fiel bis zum Börsenschluss um 1,2 Prozent auf 4651 Punkte. Der M-Dax der mittelgroßen Werte gab um 1,6 Prozent auf 5609 Punkte nach, und der Tec-Dax fiel um ein Prozent auf 611 Zähler.

Der Leitindex Dax hatte wie die meisten großen Börsenindizes in den vergangenen Monaten den über 30-prozentigen Kurseinbruch vom Jahresanfang aufgeholt. Nun kehre aber allmählich Ernüchterung ein, sagte ein Händler. „Viele fürchten, dass die Gewinne niedriger als bislang erwartet ausfallen.“ Nach der feiertagsbedingten Handelspause in den USA – am Freitag war die Wall Street geschlossen – blickten viele Anleger mit Sorge nach Amerika, wo am Mittwochabend der Aluminiumkonzern Alcoa mit seinen Quartalszahlen traditionell die Berichtssaison eröffnen wird.

Bankaktien gerieten unter Druck. So verloren die Titel der Commerzbank – in der Vorwoche mit 13 Prozent noch größter Dax-Gewinner – mehr als fünf Prozent. Auch die Papiere der Deutschen Bank sanken um 3,2 Prozent. Sie litten wie andere europäische Bankenwerte auch unter Gewinnmitnahmen nach wieder eingetrübten Konjunkturerwartungen. Die Aktien der Post, die sich weniger als ein halbes Jahr nach ihrem Einstieg bei der Deutschen Bank wieder von ihrem Aktienpaket trennte, gaben 1,1 Prozent ab.

Unter Druck standen auch Werte, die als konjunkturabhängig gelten. Neben Stahlwerten standen auch die Autowerte auf der Verkaufsliste. Aktien von Daimler, BMW und VW gehörten mit Kurseinbußen von zeitweise bis zu vier Prozent zu den schwächeren Werten im Dax.

Gegen den Trend stemmten sich Lufthansa-Papiere mit einem Plus von 2,2 Prozent. Börsianer verwiesen auf Spekulationen über ein umfangreiches Sparprogramm sowie den sinkenden Ölpreis. Zudem hatten die Analysten der Bank of America/Merrill Lynch eine Kaufempfehlung ausgesprochen. Zu den wenigen Gewinnern gehörten auch Metro und Fresenius Medical Care.

Im M-Dax setzten sich die Titel von Arcandor mit einem Plus von 5,8 Prozent an die Spitze. Die Töchter Quelle und Karstadt können nach Ansicht der vorläufigen Insolvenzverwalter im Kern erhalten werden.

Am Rentenmarkt fiel die durchschnittliche Rendite der Bundeswertpapiere auf 3,07 (Freitag: 3,10) Prozent. Der Rentenindex Rex kletterte um 0,18 Prozent auf 122,37 Punkte. Der Bund Future stieg um 0,30 Prozent auf 121,93 Punkte. Der Kurs des Euro gab nach: Die Europäische Zentralbank setzte ihn auf 1,3897 (1,4009) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,7196 (0,7138) Euro.Tsp

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