Staatshilfe : Bund berät Modelle für Einstieg bei Hypo Real Estate

Die Bundesregierung ringt weiter um eine mögliche Verstaatlichung des ums Überleben kämpfenden Immobilienfinanzierers Hypo Real Estate. HRE-Chef Axel Wieandt fordert den Einstieg des Staates, um das Institut zu retten.

München/BerlinDerzeit würden weiter verschiedene Modelle ausgelotet, wie genau ein Einstieg des Staates bei Hypo Real Estate (HRE) aussehen könnte, hieß es aus Finanzkreisen. Ein Beschluss noch an diesem Freitag oder am Wochenende sei aber nicht zu erwarten. In Berlin sollte am selben Tag der Lenkungsausschuss des Banken-Rettungsfonds Soffin beraten.

Finanzminister Peer Steinbrück (SPD) hatte auch eine Enteignung der HRE-Eigentümer, allen voran US-Großaktionär Flowers, nicht mehr ausgeschlossen. HRE-Chef Axel Wieandt forderte unterdessen einen Einstieg des Bundes. "Die Hypo Real Estate hat nur mit Unterstützung des Bundes eine positive Zukunft", sagte Wieandt der "Süddeutschen Zeitung". Er warnte davor, die HRE fallen zu lassen: Ein Zusammenbruch berge die Gefahr einer Kettenreaktion wie nach dem Kollaps der US-Investmentbank Lehman.

Für die Hypo Real sei es derzeit schwer möglich, neue Kredite von privaten Kapitalgebern zu bekommen, sagte Wieandt. "Wenn der Bund einsteigt, wäre dies das Vertrauenssignal, auf das die Märkte warten. Dann sind wieder ganz andere Kredite an uns möglich."

Der frühere Dax-Konzern hat bereits Hilfen des Staates und der Finanzwirtschaft in Höhe von 92 Milliarden Euro erhalten. Mit einer möglichen Verstaatlichung will der Bund auch verhindern, dass ein Investor die HRE mit einem aktuellen Börsenwert von nur noch 318 Millionen Euro übernimmt und Zugriff auf die Steuergelder hätte. Möglich ist, dass der Staat zunächst rund 75 Prozent an der HRE übernimmt und in einem nächsten Schritt die Beteiligung auf über 90 Prozent aufstockt. Damit der Bund die Mehrheit übernehmen kann, müsste auch das Finanzmarkt-Stabilisierungsgesetz für den Banken-Fonds geändert werden. Das begrenzt einen Einstieg des Soffin auf maximal 33 Prozent. (imo/dpa)

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