Tages- und Festgeldkonten : Autobanken nehmen teils keine neuen Kunden mehr

Nach einem Kundenansturm wegen vergleichsweise hoher Zinsen bietet die Mercedes-Benz-Bank vorerst keine Konten für Tages- und Festgeld mehr an. Auch die BMW-Bank schränkt ihr Angebot ein.

Stuttgart/MünchenBei dem Institut werde es "bis auf weiteres keine Kontoeröffnungen" mehr geben, sagte ein Sprecher am Donnerstag in Stuttgart. Die BMW-Bank kündigte wegen des großen Kundenandrangs an, erst ab Mitte Februar wieder ein neues Festgeld-Konto anbieten zu wollen.

In den vergangenen Wochen sei es "zu einem beispiellosen Ansturm von Interessenten" gekommen, sagte der Sprecher der Mercedes-Benz-Bank. Kontoeröffnungen werde es deswegen erst wieder geben, wenn "die bereits eingegangenen Anträge abgearbeitet" seien. Dies werde voraussichtlich einige Wochen dauern. Ob die Zinsen dann gesenkt würden, sei noch offen.

Berücksichtigt würden noch alle Konto-Neuanträge, die bis zum 3. Februar eingegangen seien. Ausschlaggebend sei der Poststempel. Die Mercedes-Benz-Bank hatte vor dem Jahreswechsel für Festgeld bis zu 5,4 Prozent Zinsen gezahlt. Angesichts sinkender Zinsen vor allem bei Sparkassen und Genossenschaftsbanken und der Talfahrt auf den Aktienmärkten hatten viele Anleger auf die hohen Zinsen einzelner Tagesgeld-Anbieter gesetzt.

Bearbeitungszeit von einem Monat

Kunden der Mercedes-Benz-Bank, die in den vergangenen Wochen Anträge auf Kontoeröffnung gestellt hätten, müssten mit einer Bearbeitungszeit von einem Monat und mehr rechnen, sagte der Mercedes-Benz-Bank-Sprecher. Aufgrund der hohen Nachfrage habe das Institut die Zahl seiner Mitarbeiter gegenüber November auf rund 200 verdoppelt.

Dennoch sei ein Antragsstopp nötig, um "die immense Nachfrage" bewältigen" zu können. Die Zahl der Kontoanträge habe sich seit November verzehnfacht. Kunden jedoch, die bereits ein Tages- oder Festgeldkonto hätten, könnten auch weiter problemlos über ihr Geld verfügen und weitere Konten eröffnen.

BMW-Bank schraubt Zinsen zurück

Die BMW-Bank habe ihr Festgeld-Angebot bereits Mitte Januar ausgesetzt, sagte der Chef des Einlagen- und Wertpapiergeschäfts der BMW-Bank, Holger Bachmann. Die Zahl der Festgeld-Kunden habe sich seit Mitte Oktober von 70.000 auf rund 121.000 fast verdoppelt. "Das war ein regelrechter Ansturm, deswegen werden wir die Zinsen jetzt auf ein niedrigeres Maß zurücksetzen", sagte Bachmann. Für Festgeld mit einem Jahr Laufzeit zahle das Institut ab Mitte Februar bei einer Anlagesumme zwischen 5.000 und 25.000 Euro 3,55 Prozent Zinsen. Bislang gab es 5,3 Prozent.

Bei der BMW-Bank würden nur noch Kontenanträge bearbeitet, die bis zum 16. Januar eingereicht worden seien, sagte Bachmann. Ab dem 16. Februar gelte dann das neue Festgeld-Angebot. Dann könnten interessierte Anleger neue Anträge einreichen. Ihr Tagesgeld-Konto bietet die BMW-Bank dagegen weiter an.

Die Autobanken zahlen Verbrauchern seit Monaten vergleichsweise hohe Zinsen, weil sie sich in der Finanzwirtschaft aufgrund der Wirtschafts- und Finanzkrise momentan nur zu relativ schlechten Konditionen mit Geld versorgen können. Die Institute brauchen Geld, um Autokredite für Verbraucher gegenzufinanzieren. Die VW-Bank hatte deswegen Anfang Dezember beim Bankenrettungsfonds Soffin einen Antrag auf staatliche Hilfe gestellt, um wieder günstiger an Geld zu kommen. BMW prüft seit Wochen einen Antrag, und auch Daimler hält sich einen solchen Schritt offen, um sich nicht teurer mit Geld versorgen zu müssen als die Wettbewerber. (imo/dpa)

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