Tipps vom Experten : Anlegerfrage an Malte Diesselhorst

Verluste lassen sich verrechnen.

an Malte Diesselhorst

Ich will Verluste aus Aktiengeschäften verrechnen, um Steuern zu sparen. Welche Fristen und Formalitäten muss ich beachten? Kann ich Verluste aus 2009 auch mit künftigen Gewinnen verrechnen?



Viele Anleger konnten 2009 Gewinne verbuchen. Ärgern mussten sie sich dennoch, nämlich über die Abgeltungsteuer. Wer Aktienanlagen bei mehreren Banken hat und Verluste des einen Depots mit Gewinnen des bei einer anderen Bank geführten Depots verrechnen möchte, muss bis spätestens 15. Dezember 2009 bei seiner Bank eine Verlustbescheinigung für 2009 beantragen, die er dann mit seiner Einkommensteuererklärung einreichen kann. Wird die Frist versäumt, können die Verluste nur vorgetragen und mit künftigen Gewinnen verrechnet werden. Kein Handlungsbedarf besteht für Anleger, die nur ein Depot führen. Hier verrechnet die Bank automatisch Gewinne und Verluste.

Trotz des guten Börsenjahres 2009 dürften viele Anleger massive Verluste aus 2008 noch nicht aufgeholt haben. Verluste aus 2008, die innerhalb der Spekulationsfrist realisiert wurden, können steuerlich mit Gewinnen aus späteren Jahren noch bis 2013 verrechnet werden. Voraussetzung ist, dass die Verluste in der Steuererklärung für 2008 angegeben und vom Finanzamt festgestellt werden.

Schließlich sollten Anleger bei der Steuererklärung 2009 unbedingt prüfen, ob ihr persönlicher Steuersatz unter dem Satz der Abgeltungsteuer liegt. Mit der Steuererklärung kann die Erstattung der Differenz beantragt werden.

Malte Diesselhorst ist Landesvorsitzender der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz.

– Haben Sie auch eine Frage?

 Dann schreiben Sie uns:

E-Mail:

Redaktion.Geld@tagesspiegel.de

Postanschrift: Verlag Der Tagesspiegel,

Redaktion Geld, 10876 Berlin

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben