Finanzen : Tui und Conti an der Spitze

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Berlin Positive Geschäftszahlen mehrerer Unternehmen haben dem Deutschen Aktienindex (Dax) am Dienstag Auftrieb gegeben. Das erneute Rekordhoch beim Ölpreis bremste allerdings den Aufstieg des Börsenbarometers, das zum Schluss 0,4 Prozent im Plus bei 3877,32 Punkten lag.

„Die Unternehmensnachrichten waren sehr gut“, sagte Anlagestrategin Hilary Cook von Barclays Private Clients. „Aber wegen der weltweiten Sorgen über Terrorismus und dem hohen Ölpreis scheint das nicht genug zu sein, um die Märkte anzuregen.“ Ein deutscher Händler warnte davor, dem Ölpreis eine allzu große Bedeutung beizumessen: „Im Grunde wird er ausgeblendet, weil das Thema nun schon so lange vor sich hinkocht. Beim nächsten Ölpreissprung könnte das aber wieder anders aussehen.“

Der Terminkontrakt auf ein Barrel (159 Liter) der Nordsee-Ölmarke Brent stieg am Dienstag erstmals deutlich über die psychologisch wichtige Marke von 40 Dollar. Ein steigender Ölpreis verteuert die Produktion in vielen Industrien und gilt als Bremse für einen wirtschaftlichen Aufschwung.

Zu den größten Dax-Gewinnern zählten am Dienstag die Aktien von Tui, die sich zeitweise um fünf Prozent verteuerten. Bei Handelsschluss lag das Plus noch bei 2,6 Prozent. „Da versprechen sich die Leute von den Zahlen offenbar eine positive Überraschung“, sagte ein Händler mit Blick auf die auf kommenden Donnerstag vorgezogene Bekanntgabe der Ergebnisse des größten europäischen Tourismus-Konzerns. Für Tui ist ein kräftiger Kursanstieg im August entscheidend für einen Verbleib im Dax, der wegen des geschrumpften Börsenwertes auf der Kippe steht.

Die Papiere von Continental bauten gleichzeitig ihre Vortagesgewinne aus und zogen um 4,9 Prozent an. Händler Peter Lüdke vom Bankhaus Merck Finck sagte mit Blick auf die am Vortag angehobene Gesamtjahresprognose: „Die Aktie muss man einfach kaufen.“ Er rechne mit einem Kursanstieg auf zunächst 45 und dann 50 Euro.

Zu den wenigen Dax-Verlierern zählten die Aktien der Deutschen Börse. Sie litten Händlern zufolge unter rückläufigen Umsätzen an den Aktien- und Derivate-Börsen und verloren drei Prozent.

Der deutsche Rentenmarkt gab etwas ab. Die Umlaufrendite stieg auf 3,93 (Montag 3,90) Prozent. Der Rex sank um 0,12 Prozent auf 117,75 Punkte. Der Bund Future verlor 0,03 Prozent auf 114,31 Punkte. Der Kurs des Euro gab nach. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,2022 (Montag: 1,2055) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,8318 (0,8295) Euro. Tsp

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