Übernahme : Deutsche Bank kauft Privatbank Sal. Oppenheim

Die Deutsche Bank übernimmt die Privatbank Sal. Oppenheim - für eine Milliarde Euro.

Deutsche Bank
Von einer Filiale der Deutschen Bank hat man in Köln einen Blick auf die Zentrale der Privatbank Sal. Oppenheim. -Foto: dpa

Frankfurt/MainDie komplette Übernahme der schwer angeschlagenen Kölner Privatbank Sal. Oppenheim durch die Deutsche Bank ist perfekt. Beide Seiten haben sich am Mittwoch auf einen Rahmenvertrag geeinigt. Danach wird die Deutsche Bank die Sal.-Oppenheim- Gruppe für rund eine Milliarde Euro übernehmen – eventuell steigt der Preis noch auf 1,3 Milliarden Euro oder sogar etwas mehr, hieß es am Mittwoch. Im ersten Quartal 2010 soll der Kauf abgeschlossen sein. Die rund 220 Altgesellschafter der Privatbank haben aber die Option, sich langfristig an der deutschen Sparte für vermögende Kunden mit bis zu 20 Prozent zu beteiligen.

„Mit der Übernahme des renommierten Privatbankhauses bauen wir unsere Vermögensverwaltung in Europa, besonders in Deutschland deutlich aus“, sagte Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann. Nach Abschluss der Transaktion werde die Deutsche Bank zum Marktführer für die Betreuung vermögender Privatkunden, Familienvermögen und Stiftungen.

Nach Ansicht von Beobachtern bekomme die Deutsche Bank Sal. Oppenheim nahezu geschenkt. Die Privatbank verwaltet Vermögen einer betuchten Klientel in Höhe von 135 Milliarden Euro. Vor allem daran ist Ackermann interessiert. Das Vermögen reicher Kunden, das die Deutsche Bank weltweit betreut, betrug Ende Juni rund 171 Milliarden Euro. In Deutschland kommen beide Institute zusammen auf ein betreutes Vermögen im Volumen von 91 Milliarden Euro. Die Vermögensverwaltung von Sal. Oppenheim soll aber nicht in die Deutsche Bank integriert werden, sondern unter der bisherigen Marke eigenständig weitergeführt und ausgebaut werden.

Mit der Übernahme verliert eines der traditionsreichsten Privatbankhäuser, gegründet 1789, seine Eigenständigkeit. 2008 war Sal. Oppenheim in Folge der Finanzkrise und der Schwierigkeiten bei Arcandor erstmals in der Nachkriegsgeschichte mit 144 Millionen Euro in die roten Zahlen gerutscht. ro

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